Coronavirus-Maskenpflicht: Einige Details müssen sich noch einspielen

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„Ich könnte sie mir so vom Kopf reißen“, sagt Claudia Fehrenberg von der Bäckerei Schult nach fünf Stunden mit Maske. Spaß macht die Corona-Maskenpflicht nicht, trifft aber auf Verständnis.

Schermbeck

, 27.04.2020, 15:59 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nur ein oder zwei Kunden hätten am Montagmorgen versucht, ohne Maske in die Bäckerei Schult in Gahlen, die auch andere Lebensmittel anbietet, zu kommen, sagen die Mitarbeiterinnen Claudia Fehrenberg und Ulla Wischerhoff. Eigentlich habe es aber keine großen Diskussionen gegeben. Ein Kunde habe gesagt: „Ich habe Asthma - ich kann das nicht“.

Christoph Loick von der Verwaltung, der derzeit das Ordnungsamt verstärkt, sagt dazu, dass Asthmatiker von der Pflicht ausgenommen sind. „Ausnahmen gelten für Kinder bis zum Schuleintritt und Personen, die aus medizinischen Gründen keine Mund-Nase-Bedeckung tragen können“, hatte das Land NRW mitgeteilt.

„Eigentlich sollten wir auch Masken verkaufen“

Die durch die Maske ständig beschlagenen Brillen - daran müssen sich die Gahlener Verkäuferinnen noch gewöhnen. „Eigentlich sollen wir auch Masken verkaufen, aber wir haben noch keine“, sagt Claudia Fehrenberg am Montagmorgen - just in diesem Moment betritt der Schermbecker Dirk Meisenbach von der Firma Cebotech den Laden und bringt zwei Pakete mit Masken, die für 2,50 Euro das Stück verkauft werden. Auch Hinweise, wie die Masken zu desinfizieren sind und was beim Tragen zu beachten ist, bringt Meisenbach mit.

Bürgermeister Mike Rexforth ist froh, dass Meisenbach mit seiner Firma („Eigentlich sind wir gerade in Kurzarbeit“) eingesprungen ist. Denn anders als Dorsten habe man keinen Eigenbetrieb, der eine Großzahl von Masken hätte anschaffen und ausgeben können. Etwa ein Dutzend Verkaufsstellen gebe es mittlerweile in Schermbeck, so Rexforth - die Dezentralität sei wichtig, um eine Verbreitung des Coronavirus‘ nicht zu befördern.

Ständig beschlägt die Brille über der Maske. Deshalb hielt sie Harry Miny am Montag beim Einkauf in der Bäckerei Schult in der Hand.

Ständig beschlägt die Brille über der Maske. Deshalb hielt sie Harry Miny am Montag beim Einkauf in der Bäckerei Schult in der Hand. © Berthold Fehmer

Harry Miny, einer der Kunden bei Schult, sagt am Montagmorgen zur Maskenpflicht: „Das ist schon in Ordnung.“ Seine Brille hält er im Laden in der Hand, weil er wegen der beschlagenen Brillengläser sonst eh nichts sehen würde. Minys Befürchtung ist, dass die Pandemie zurückkehren könnte - das gelte es, mit viel Abstand zu vermeiden.

Wer in die Burgapotheke auf der Mittelstraße will, muss sich an einige Regeln halten. Unter anderem auch das Desinfizieren der Hände.

Wer in die Burgapotheke auf der Mittelstraße will, muss sich an einige Regeln halten. Unter anderem auch das Desinfizieren der Hände. © Berthold Fehmer

Christoph Loick und Thomas Heer, die für das Ordnungsamt am Montagmorgen an der Mittelstraße eine Runde drehen, sagen, dass alle Leute in den Geschäften Masken getragen hätten. Sie hätten in keinem Fall eingreifen müssen. In der Burgapotheke sagt eine Mitarbeiterin, dass die Leute zwar Masken tragen würden - der Umgang damit erscheint ihr noch verbesserungswürdig. Viele würden die Masken anfassen und ständig zurechtrücken.

In einem Gahlener Facebook-Forum wurde hingegen die Maskenpflicht in Geschäften und ÖPNV humorvoll begrüßt: „Wir haben zwar Masken, wissen aber nicht, wo wir dieses ‚ÖPNV‘ herbekommen sollen.“

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