Coronavirus: Kreis Wesel meldet erste Infizierte in Schermbeck

Coronavirus

Der Kreis Wesel meldet die ersten Fälle von Coronavirus-Infizierten in Schermbeck. Insgesamt 99 Fälle sind im Kreis, Stand Donnerstagmittag, diagnostiziert.

Schermbeck

, 19.03.2020, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Alle Spielplätze in Schermbeck, auch der abgebildete in Gahlen, sind ab jetzt geschlossen.

Alle Spielplätze in Schermbeck, auch der abgebildete in Gahlen, sind ab jetzt geschlossen. © Berthold Fehmer (Archiv)

Anfang der Woche hatte die Pressestelle des Kreises noch mitgeteilt, dass man die Zahl der Infizierten nicht mehr nach Wohnorten aufschlüsseln wolle, da dies zu viel Arbeit sei. Jetzt rudert man zurück und veröffentlicht wieder nach Wohnorten aufgegliederte Zahlen.

„Spitzenreiter“ ist im Kreis derzeit die Stadt Moers mit 24 Fällen. Schermbeck, für das es seit Freitag vergangener Woche keine wohnortspezifischen Zahlen gab, kommt jetzt bereits auf sieben Fälle.

Infektionen doppelt und dreifach gemeldet

Am Mittwoch hatte die Pressestelle noch 152 Fälle gemeldet, jetzt 99. „Die Differenz im Vergleich zu den gestern Mittag gemeldeten 152 Fällen ergibt sich daraus, dass zunehmend Infektionen doppelt oder sogar dreifach gemeldet wurden und dadurch die Aussagekraft der Erfassung leidet“, so Kreissprecherin Anja Schulte. Die Meldedaten würden nun mit bereits verifizierten Daten abgeglichen. „Die Krankheitsverläufe stellen sich bisher weitestgehend als unproblematisch dar.“

Die Gemeinde Schermbeck hat, wie alle Kommunen, eine Allgemeinverfügung zu kontaktreduzierenden Maßnahmen herausgegeben. Die Nutzung öffentlicher Einrichtungen wird ebenso untersagt wie Sportbetrieb in öffentlichen und privaten Anlagen, Kneipen, Fitness-Studios, Schwimmbäder, Spiel- und Bolzplätze werden geschlossen, Pflegeeinrichtungen müssen den Besuch restriktiv einschränken oder untersagen. Übernachtungen zu touristischen Zwecken sind untersagt.

Verkaufsstellen müssen schließen

Alle Verkaufsstellen müssen schließen - ausgenommen sind Einzelhandel für Lebensmittel, Wochenmärkte, Abhol- und Lieferdienste, Apotheken, Getränkemärkte, Sanitätshäuser, Tankstellen, Banken, Frisöre, Reinigungen, Zeitungsverkauf, Waschsalons, Gartenbau- und Tierbedarfsmärkte. „Dienstleister und Handwerker können ihren Tätigkeiten weiter nachgehen.“ Lebensmittelhändler, Lieferdienste und Apotheken dürfen nun auch sonntags öffnen.

Veranstaltungen und Vereinszusammenkünfte sind unabhängig von der Besucheranzahl untersagt. Restaurants und Speisegaststätten dürfen frühestens 6 Uhr öffnen und müssen spätestens um 15 Uhr schließen. Besucher müssen registriert werden und nur die Hälfte der Plätze darf, Stichwort Abstand, genutzt werden.

Bürgermeister Mike Rexforth: „Der Coronavirus hat auch uns erreicht.“ Er rät allen Bürgern: „Meiden Sie die Öffentlichkeit! Verzichten Sie auf unnötigen Körperkontakt!“ Rexforth dankte den Menschen, „die heute unter den schwierigsten Umständen Menschen helfen“. Die Einschnitte seien schmerzhaft, aber unvermeidbar.

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