Coronavirus: Gesamtschüler sehen sich als Versuchskaninchen

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„Nicht mit uns!“, „Coronabi - unfair!“ und „Laschet, ne danke!“ So machten die Abiturienten in spe am Donnerstag ihrem Ärger über die diesjährigen Abiturbedingungen Luft.

Schermbeck

, 23.04.2020, 17:42 Uhr / Lesedauer: 1 min

Mit einem Hupkonzert sorgten Q2-Schüler der Schermbecker Gesamtschule auf dem Parkplatz dafür, dass einige Passanten stehen blieben. Die Q2-Schüler Luca Amborst, Hanna Schumacher und Wim Zawidzki hatten die Corona-Protestaktion vorbereitet.

„Wir haben darauf geachtet, dass die Bestimmungen der mehrfach geänderten Schutzverordnung eingehalten wurden“, so Marc Lindemann (Ordnungsamt). Vereinbart war, dass die Teilnehmer nur einen Teil des Parkplatzes benutzen durften. Die Demonstranten durften nur allein in einem der zehn zugelassenen Autos sitzen.

Reden per Lautsprecher abgespielt

Auf das Hupkonzert folgten aufgezeichnete Reden, die per Lautsprecher übertragen wurden. Darin wurde erinnert, dass es etliche Petitionen zum „Abitur 2020“ gab und mehr als 150.000 Unterschriften von Politikern ignoriert wurden. Bemängelt wurde, dass in einer unsicheren Zeit „die Politik sich selbst nicht einig ist und so keine kompetenten Schlüsse fassen kann.“

Die Redner verwiesen auf katastrophale Hygienebedingungen an manchen Schulen. „Wir finden es traurig, dass wir, die zukünftige Generation, die Versuchskaninchen der Regierung sind. Sie entscheiden über unsere Köpfe hinweg über unsere Gesundheit und die unserer Angehörigen.“ Die Schüler plädieren für ein Abizeugnis, dessen Noten auf dem Durchschnitt der letzten vier Schulhalbjahre basieren sollten.

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