Coronavirus: Der erste gemeinsame Gottesdienst nach acht Wochen

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Nach acht Wochen konnte am Samstagabend erstmals wieder ein Gottesdienst mit Besuchern in der Ludgeruskirche gefeiert werden. Dabei war vieles anders als gewohnt.

Schermbeck

, 03.05.2020, 17:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Um das Risiko einer Infektion durch das Coronavirus weitestgehend auszuschalten, hatte das Bistum Münster Richtlinien für die Durchführung von Gottesdiensten herausgegeben, die von der Ludgerusgemeinde übernommen wurden. Gelbe Klebepunkte markierten Plätze in den langen Bankreihen, um einen Mindestabstand von 1,50 Metern zu garantieren.

60 Personen hätten unter Einhaltung der Abstandsregeln am Gottesdienst teilnehmen können. Etwa 30 nutzten die erste Gelegenheit zur gemeinsamen Messfeier. Ein Ordnungsdienst erwartete die Besucher am Seiteneingang. Das Hauptportal durfte nur als Ausgang benutzt werden. Beim Betreten der Kirche trugen die meisten Besucher ein Maske. Ordner besprühten die Hände der Besucher mit Desinfektionsmittel. Ein zweiter Ordner überreichte ein Merkblatt mit Hinweisen für die Teilnahme am Gottesdienst.

Die Hände der Gottesdienstbesucher wurden am Eingang mit Desinfektionsmittel besprüht.

Die Hände der Gottesdienstbesucher wurden am Eingang mit Desinfektionsmittel besprüht. © Helmut Scheffler

Ohne Messdiener schritt Pastor Klaus Honermann zum Altar. „Ich bin mir sicher, dass Sie das ‚Großer Gott, wir loben dich‘ im Herzen mitgesungen haben“, begrüßte Honermann die Gläubigen, die im Vorfeld gebeten worden waren, auf das Mitsingen der Messgesänge zu verzichten, die der Kirchenmusiker Josef Breuer von der Orgelempore aus erschallen ließ.

Auf den Handschlag wurde verzichtet

Brot und Wein hatte Küster Bernd Platzköster schon vor Beginn des Gottesdienstes auf den Altar gestellt, sodass keine Messdiener benötigt wurden. Beim Friedensgruß wurde auf den üblichen Handschlag verzichtet und durch ein Lächeln ersetzt. Die Kommunion legte Pastor Honermann mit weit ausgestrecktem Arm die Hostie in die Hand der Gottesdienstteilnehmer.

In seiner Predigt befasste sich Pastor Honermann mit der Freude am Leben angesichts widriger Beeinträchtigungen. An Beispielen aus der Bibel und aus dem gegenwärtigen Leben machte er deutlich, dass Lebensfreude durch äußere Schwierigkeiten nicht verhindert werden muss. Honermann: „Ich bin ziemlich sicher, dass nach der Coronakrise die Menschen nicht scharenweise wieder in die Kirche strömen.“

„Bewusster leben, klarer sehen“

Jedoch könne das Wegfallen von vielem, was bisher einfach selbstverständlich war, vom Oktoberfest bis zur spontanen Grillparty mit ein paar Freunden, als Unterbrechung des gewohnten Alltags dazu führen, „dass wir bewusster leben, dass wir klarer sehen, worauf es im Leben wirklich ankommt.“

Bis auf Weiteres werden die am Wochenende praktizierten Bedingungen bei der Gottesdienst-Gestaltung beibehalten. An fünf Tagen in der Woche können in der Kirche gemeinsame Gottesdienste gefeiert werden: montags, freitags und samstags um 18 Uhr, donnerstags um 19 Uhr und sonntags um 8.30 Uhr und um 10.30 Uhr. Aufgrund der geltenden Bestimmungen entfallen die Gottesdienste vorerst im Marienheim.

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