Corona könnte Häusern im Außenbereich Glasfaseranschluss ermöglichen

dzGlasfaser

Für einige hundert Haushalte im Außenbereich könnte die Corona-Pandemie zumindest eine positive Nebenwirkung haben. Ein Anschluss an die Glasfaser rückt in greifbare Nähe.

Schermbeck

, 05.11.2020, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am 5. November laufe eine Frist ab, so Bürgermeister Mike Rexforth am Dienstag im Rat. Diese Frist war vor drei Jahren angesetzt worden, als die Telekommunikationsunternehmen im Zuge der Pläne zum Glasfaser-Ausbau im Außenbereich gefragt wurden, wo sie in den kommenden drei Jahren einen Ausbau ihrer Infrastruktur mit mehr als 30 Mbit/s planen.

Unter anderem in Gahlen-Besten hatte es Zusagen von Telekommunikationsunternehmen gegeben, dass ein solcher Ausbau geplant sei. Welche Unternehmen das waren? Das durfte aufgrund von Vorgaben von der Gemeinde nicht beantwortet werden.

Graue Flecken könnten förderfähig werden

Nun sieht es so aus, als wenn die Verzögerungen beim Glasfaser-Ausbau sowie die Pandemie für solche Haushalte am Ende sogar noch etwas Gutes bedeuten könnten. Denn diese sogenannten „grauen Flecken“, die zunächst nicht förderfähig waren, könnten es werden. „Landes- und Bundesregierung denken über ein Förderprogramm nach“, so Rexforth. Die Coronakrise könne als „Argumentationshilfe“ dienen, da dadurch der Präsenzunterricht in Schulen nicht immer gewährleistet sei und auch viele Arbeitnehmer im Homeoffice arbeiten müssten, sagte Rexforth. „Wenn keine stabilen Datenleitungen vorhanden sind, ist das nicht umsetzbar.“

Bei der Nachfragebündelung hatte die Gemeinde bereits in solchen „grauen“ Gebieten nachgefragt, wer im Falle einer Förderung an die Glasfaser angeschlossen werden wolle. „Wir haben einige hundert Adressen bekommen“, so Rexforth. Die Feinplanung sei noch nicht abgeschlossen. Deshalb wolle man, wenn es keine Änderungen gebe, versuchen, den Plan in die Tat umzusetzen, auch diese Haushalte an die Glasfaser anzuschließen.

Nur wenige Haushalte haben kein Interesse bekundet

Warum nicht alle möglichen Interessierten diese Möglichkeit erhalten könnten, fragte Stefan Steinkühler (Grüne), sondern nur die, die während der Nachfragebündelung unter anderen Vorzeichen ihr Interesse bekundet hätten. Man habe in den letzten Jahren immer wieder auf die Problematik hingewiesen, „dass 30 Megabit nicht zukunftsfähig sind“, sagte Rexforth. Es habe nur wenige Haushalte gegeben, die kein Interesse bekundet hätten.

Die knapp 300 vorhandenen Adressen will die Gemeinde nach Möglichkeit nun auch in den Genuss einer Glasfaserverkabelung bringen - die Bietergemeinschaft (die Unternehmen epcan, MUENET und die Stadtwerke Borken) habe sich auf diesen Weg fokussiert, so Rexforth.

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