Wie diese Filiale an der Schermbecker Mittelstraße sollen alle 21 Filialen der Nispa in den Kommunen Wesel, Hamminkeln, Schermbeck, Dinslaken, Voerde und Hünxe weiterhin bestehen bleiben. © Helmut Scheffler
Nispa

Corona-Bilanz: Sparkasse musste harte Entscheidung treffen

Ganz im Zeichen von Corona stand das Geschäftsjahr 2020 bei der Niederrheinischen Sparkasse RheinLippe (Nispa). Um eine harte Entscheidung kam die Bank nicht herum.

In der Online-Bilanzpressekonferenz zum Geschäftsjahr 2020 blickte der Vorstand der Nispa auf die Entwicklung zurück. „Wir sind mit der geschäftlichen Entwicklung sehr zufrieden“, fasste es Vorstandsmitglied Friedrich-Wilhelm Häfemeier zusammen. Häfemeier teilte sich die Präsentation mit dem Vorstandsmitglied Sascha Hübner.

„Auch für die Sparkasse stand 2020 ganz im Zeichen von Corona und den damit verbundenen Herausforderungen“, stellte Häfemeier fest und verwies darauf, dass alle 21 Kunden-Center geöffnet blieben. Die Nispa habe ein Gesundheits-Team eingerichtet, das sich um alle Corona-Aspekte gekümmert und in einer Task-Force den Vorstand beraten habe.

Bilanzsumme deutliche gesteigert

Die Bilanzsumme der Sparkasse wurde vom Einlagengeschäft getragen und hat sich mit einem Zuwachs von mehr als 300 Millionen Euro deutlich gesteigert. Sie lag zum Jahresende bei 3,369 Milliarden Euro. Erneut konnte ein gutes Wachstum im Kundenkreditgeschäft erzielt werden. Die Neubewilligungen lagen bei rund 492 Millionen Euro, darunter rund 40 Millionen Euro Corona-Hilfskredite. Die Summe der herausgegebenen Kredite belief sich im Jahr 2020 auf rund 2,7 Milliarden Euro.

Zinsen auf Einlagen gibt es seit Jahren nicht mehr. Ungeachtet dessen verzeichnet die Sparkasse einen Zuwachs der Kundeneinlagen um 11,4 Prozent auf 2,716 Milliarden. Unverändert stand dabei das kurzfristige Parken in Tagesgeldanlagen hoch in der Gunst der Kunden. Auch Spareinlagen erfreuten sich weiterhin großer Beliebtheit.

Negativ-Zinsen eingeführt

„Unsere Stärke ist es, Gelder unserer Kunden in der Region als Kredite an Bürgerinnen und Bürger und den heimischen Mittelstand herauszureichen“, so Häfemeier. Dieses Gleichgewicht konnte 2020 nicht mehr erreicht werden. Deshalb habe sich die Nispa als eines der letzten Institute im Rheinland dazu erschlossen, ab dem 1. März 2021 „Verwahrsentgelte“ unter Berücksichtigung von hohen Freibeträgen einzuführen.

Die Berechnung solcher Negativ-Zinsen erfolge nicht automatisch. Es wurden und werden den Kunden Geldanlagekonten vorgestellt, die ertragreicher als eine Nullzinsanlage auf Tagesgeldkonten sind und so den realen Vermögensverzehr durch die Inflation ausgleichen können.

Boom auf dem Immobilienmarkt

Der Boom auf dem Immobilienmarkt ist weiterhin ungebrochen. Mangels lukrativer sonstiger Anlagemöglichkeiten haben viele Kunden erneut gebrauchte und neue Immobilien nachgefragt. Im letzten Jahr konnten fast 200 Objekte an neue Eigentümer vermittelt werden.

„Der Wunsch nach digitaler Beratung hat nicht zuletzt durch die Pandemie einen deutlichen Schub erhalten“, führte Sascha Hübner aus. Im Jahre 2020 habe es mehr als 98 Millionen digitale Kundenkontakte gegeben und rund 56,7 Millionen Transaktionen im Online-Banking.

Der Vorstand verwies auf das große soziale Engagement der Nispa. Mit rund 1,3 Millionen Euro habe die Sparkasse im Jahr 2020 Vereine und Organisationen unterstützt. Außerdem wurden die Mittel in den beiden Stiftungen aufgestockt.

Alle 21 Filialen der Nispa sollen bestehen bleiben. Dazu gehören auch die beiden „bemannten“ Filialen an der oberen Mittelstraße in Schermbeck und an der Kirchstraße in Gahlen.

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Freier Mitarbeiter
Im Verlauf von mehr als vier Jahrzehnten habe ich das Zusammenwachsen von acht ehemals selbstständigen Gemeinden miterlebt, die 1975 zur Großgemeinde Schermbeck zusammengefügt wurden. Damals wie heute bemühe ich mich zu zeigen, wie vielfältig das Leben in meinem Heimatort Schermbeck ist.
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