Café „Ännekens Tenne“ in Schermbeck schließt Ende Juni

dz„Ännekens Tenne“

Rund elf Jahre hat Anne Thönes ihr Café und Bistro „Ännekens Tenne“ erfolgreich geführt. Mitte des Jahres will sie damit aufhören. An einer Nachfolge wird bereits gearbeitet.

Schermbeck

, 10.01.2020, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Man sieht Anne Thönes in diesen Tagen an, wie hin- und hergerissen sie ist. „Wir haben zum Jahresende noch so viele nette Komplimente bekommen“, sagt sie über ihre Kunden. Manche brachten den Mitarbeitern von „Ännekens Tenne“ sogar Schokolade mit.

Ein bisschen Erleichterung über ihren Entschluss, sich von dem beliebten Café zu trennen, das mit dem Schermbecker Rathaus und dem Mühlenteich einen Dreiklang bildet, schwingt bei Anne Thönes allerdings auch mit. „Man muss es leisten können“, sagt sie und das fiel ihr zuletzt immer schwerer.

Historisches Gebäude

Das 150 Jahre alte Gebäude wurde von Anne Thönes am 1. April 2009 als „Ännekens Tenne“ eröffnet. Zuvor war dort bereits ein Café gewesen, doch eineinhalb Jahre hatte das Haus leergestanden. Damals war Thönes Geschäftsführerin an der Seite ihres Bruders, der fast zeitgleich die Gaststätte Wortelkamp übernehmen wollte.

„Ännekens Tenne“ sei als „Zweitstandort“ geplant gewesen. Personal und Einkauf auf zwei Standorte zu verteilen, um jeweilige Spitzen abfangen zu können: Das war die Idee. „Ich sollte eigentlich nur ein Jahr hier das Personal einarbeiten“, sagt Thönes, die eigentlich Ergotherapeutin ist, sich das Gastrogeschäft aber per „Learning by Doing“ beibrachte.

Es kam alles anders. Der Bruder musste aus gesundheitlichen Gründen kürzertreten und Anne Thönes übernahm die alleinige Verantwortung. Bis jetzt. Doch Anne Thönes sagt, dass es immer schwieriger geworden sei, Personal zu finden. Mitarbeiterin Birgit Söllner beispielsweise hat Anne Thönes bereits von Anfang an begleitet, doch Thönes fehlt ein Koch.

Doppelbelastung

Vorne im Café für die Gäste da sein, gleichzeitig hinten kochen: Diese Doppelbelastung ging irgendwann nicht mehr. „Ich merke es körperlich“, sagt die 40-Jährige, die auf die Frage, wie viele Stunden sie pro Woche arbeitet, sagt: „80, locker!“

Viele Kunden hätten nach der Ankündigung des Rückzugs gesagt: „Wie schade, aber es ist verständlich.“ Thönes bittet ihre Kunden, vorhandene Gutscheine bis Mai einzulösen. „Wir stellen keine neuen mehr aus.“

Anne Thönes will wieder als Ergotherapeutin arbeiten, hat aber noch keine Stelle. Zunächst will sie ihr Café in guten Händen wissen. Erste Bewerber waren schon da. Allen empfiehlt sie, dass das Café am besten zu zweit betrieben werden kann.

„Ich gebe alles, dass das hier weiterlaufen kann“, sagt Thönes. „Denn das Konzept funktioniert.“

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