Bundesverdienstkreuz für Hildegard Franke

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Mit dem Bundesverdienstkreuz ist Hildegard Franke am Dienstag für ihr ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet worden. Am Ende flossen bei der Geehrten die Tränen.

Schermbeck

, 08.09.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bei der kleinen Feierstunde in der Ehemaligen Reformierten Kirche merkte man am Dienstagmorgen gleich, dass der Ehrende, der stellvertretende Landrat Josef Devers, und die 65-Jährige einen guten Draht zueinander hatten. „Nervös ohne Ende“ sei sie vor dem Vorgespräch im Kreishaus gewesen, gestand Franke - und anschließend umso gelöster. „Ich bin kein Mensch der großen Worte. Ich arbeite und handele lieber. Ich stelle lieber was auf die Beine als zu reden.“

Für eben diese Qualität hatte sie Marc Lindemann, Ortsverbandsvorsitzender der CDU, Ende 2016 für die Ehrung vorgeschlagen. Bürgermeister Mike Rexforth sagte zu Franke in seiner Laudatio: „Du hast dich niemals nach vorne gestellt.“ Er attestierte Franke: „Du gibst bürgerschaftlichem Engagement ein Gesicht.“

„Sie sind mein letztes Bundesverdienstkreuz“

Das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Hildegard Franke war auch für Devers ein besonderes: „Sie sind mein letztes Bundesverdienstkreuz, das ich verleihe“, sagte er schmunzelnd zu Franke.

Franke hatte mit anderen 1994 den Förderverein der Maximilian-Kolbe-Grundschule gegründet und jahrzehntelang als Vorsitzende geleitet. Unter anderem die Umgestaltung des Schulhofgeländes 2008 nannte Devers als Projekt des Fördervereins. Franke ist in der Zweckverbandsversammlung der Volkshochschule Wesel-Hamminkeln-Schermbeck, Beisitzerin im Vorstand der Kolpingsfamilie Schermbeck, Kommunionhelferin, im Förderverein der Feuerwehr, Mitglied der Energiegenossenschaft und in der Blaskapelle Einklang. Politisch engagierte sich Franke seit 2004 als Ratsmitglied. Seit 2009 ist sie Vorsitzende des Ausschusses für Kultur, Schule und Sport.

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Markplatz der Hilfe

Devers erinnerte aber auch an den Marktplatz der Hilfe, den Franke ins Leben rief und der 2008 mit dem Ehrenamtspreis des Kreises ausgezeichnet wurde. Im Schnitt 800 Marmeladengläser, manchmal auch deutlich mehr habe Franke dafür jährlich eingekocht - der Erlös ging an gemeinnützige Projekte in Schermbeck, ans Frauenhaus in Dorsten oder nach Indien. „Sie sind eine Frau, die für ihr Leben gern arbeitet“, sagte Devers. Und: „Sie sind ein bemerkenswerter, toller Mensch.“

Die Geehrte nahm das Bundesverdienstkreuz stellvertretend für alle Helfer und Mitstreiter an. „Allein ist man nichts.“ Sie dankte ihrer Familie, die sie stets unterstützt habe. In ihrem politischen Wirken habe sie gemerkt: „Es kommt auf das Kleine an. Das ist für die Menschen wichtig.“ Mit Tränen in den Augen sagte Franke: „Ich danke für diese Auszeichnung und werde sie in Demut und Stolz für euch alle tragen.“

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