Brücke am Rathaus soll bald für Radler und Fußgänger offen sein

dzBrücke

Kämmerer Frank Hindricksen und Carsten Klein-Bösing vom Gebäudemanagement waren die ersten Schermbecker, die am Mittwoch den Schermbecker Mühlenbach über die neue Brücke überquerten.

Schermbeck

, 29.04.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Knapp eineinhalb Stunden nach Beginn der Arbeiten legte ein 30-Tonnen-Kran die 2,69 Tonnen schwere Brücke auf den Betonmauern ab. Die Erneuerung der Mühlenbach-Brücke in der Straße „Am Rathaus“ war erforderlich geworden, weil die mehr als 70 Jahre alte Brücke Bauschäden aufwies. Eine Sanierung der mit zahlreichen Mängeln behafteten Brücke sei nicht wirtschaftlich gewesen, stellte Carsten Klein-Bösing in der Rückschau fest.

Die Brücke diente schon seit Langem nicht mehr ihrem ursprünglichen Zweck, den Verkehr zwischen Schermbeck und Gahlen zu ermöglichen. Spätestens nach dem Bau der Maassenstraße zwischen Tankstelle und Hallenbad war sie für den motorisierten Verkehr überflüssig geworden. Vor etwa 30 Jahren wurde sie für den Kfz-Verkehr gesperrt. Die Randbereiche der Brücke, die früher als Fußweg dienten, wurden vor etwa 20 Jahren wegen ihres schlechten Zustandes für Fußgänger und Radfahrer gesperrt.

Hohe Anzahl von Mängeln

Die hohe Anzahl der Mängel resultierte daraus, dass bauphysikalische Regeln beim vorhandenen Bauwerk nicht eingehalten wurden. Auch entsprach die Brücke von ihrer Konstruktionsart nicht mehr annähernd dem heutigen Stand der Technik. Am 22. November 2017 beschloss daher der Bau- und Liegenschaftsausschuss die Erneuerung.

Als im Januar und Februar 2019 die erforderlichen Rückschnitte und Baumfällarbeiten durchgeführt wurden, wurde nach der Freilegung der Stützwände deutlich, dass wesentlich mehr Bereiche unterspült waren bzw. Ausbruchsstellen zeigten als angenommen. Im Straßenbereich Richtung Maassenstraße kam erst da eine frühere Stützmauersanierung zum Vorschein.

„Diese Stützmauer muss ausgetauscht werden“, schlug Verwaltungsmitarbeiter Klaus Neumann vor. Außerdem beschloss der Bau- und Liegenschaftsausschuss am 3. Juli 2019, die rechtwinklige Lage der Brücke zur Wasserachse aufzugeben. Durch die neu geplante und jetzt durchgeführte schräge Kreuzung der Wasserachse veränderte sich die Stützweite der Brücke von 6,90 auf 11,60 Meter.

Stützwände saniert

Seit Januar wurden die Stützwände saniert und die Absturzgeländer erneuert. Auf diese Betonwände wurde die Aluminium-Brücke der Ravensburger Firma Glück abgesetzt. Bauleiter Martin Arnemann und Diplom-Ingenieur Volker Eckhard überwachten die Arbeiten.

Noch etwa drei Wochen wird es dauern, bis der Bauzaun an beiden Enden der Brücke beseitigt wird. Bis dahin müssen noch Absturzgeländer auf den Stützwänden montiert, Pflasterarbeiten vorgenommen sowie Garten- und Landschaftsarbeiten durchgeführt werden. Die Gesamtkosten stehen noch nicht fest. Im Vorfeld waren inklusive Abriss der alten Brücke und einer Erweiterung der Brückenbreite rund 340.000 Euro kalkuliert worden.

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