Tuten und Blasen in Corona-Zeiten: Was ist erlaubt, was nicht?

dzBlaskapelle Einklang Schermbeck

Wie wirkt sich das Coronavirus auf die Aktivitäten einer Blaskapelle aus? Bei Einklang Schermbeck hat sich das Virus als musikalischer Freudentöter erwiesen. Musizieren geht nur mit Abstand.

Schermbeck

, 17.10.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Esther Schlamann ist Vorsitzende der Blaskapelle Einklang Schermbeck. Die Musikerin und ihre Mitstreiter leiden zurzeit beträchtlich unter Einschränkungen: „Wir üben unser Hobby wirklich gerne aus. Aber als Bläser haben wir strenge Auflagen zu beachten, wobei wir allerdings vollstes Verständnis für die Corona-Schutzmaßnahmen haben“, sagt sie.

Die regelmäßigen Proben der 30-köpfigen Gruppe sind weitgehend entfallen. „Im Sommer haben wir uns auf Wiesen getroffen, um wenigstens ab und zu gemeinsam Musik machen zu können. Zeitweise mussten wir sieben Meter Abstand voneinander halten. Das ist mittlerweile auf zwei Meter reduziert worden“, so Schlamann.

Mit Profibegleitung machte sich „Einklang“ bei einer Probe im Dorfgemeinschaftshaus fit für das Frühjahrskonzert. Das fiel dann aber wegen Corona aus.

Mit Profibegleitung machte sich „Einklang“ bei einer Probe im Dorfgemeinschaftshaus fit für das Frühjahrskonzert. Das fiel dann aber wegen Corona aus. © Hemut Scheffler (A)

Für die kältere Jahreszeit habe die Kapelle glücklicherweise einen anderen Probenraum angeboten bekommen als das Dorfgemeinschaftshaus, sonst wären die Proben gänzlich zum Erliegen gekommen. „Der neue Saal ist gut zu belüften. Außerdem können wir die Mindestabstände einhalten“, erzählt die Vorsitzende.

Auftritt am Ehrenmal Altschermbeck geplant

Auf Abstand Musizieren: Das gilt auch für den Auftritt der Blaskapelle zum Volkstrauertag am 15. November am Ehrenmal Altschermbeck. Die Gemeinde Schermbeck hat der Blaskapelle Einklang und dem Katholischen Kirchenchor die Erlaubnis erteilt, für den musikalischen Rahmen zu sorgen. Allerdings darf Einklang nur mit einem reduzierten Musikerensemble antreten: „Nur sieben von 30 sind zugelassen.“

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Zwei Meter Abstand müssen die Trompeter und Posaunisten, die Saxofonisten und Klarinettenspieler voneinander halten. Um sicher zu gehen, dass das Virus keine menschliche Angriffsfläche findet. Dieselben Regeln gelten auch für Sänger. Beide musikalischen Aktivitäten sind nachgewiesen brisant. Wer aus vollem Halse singt oder Lieder auf seinem Instrument schmettert, gehört zur Gruppe der Superspreader. Wobei: „Bei Untersuchungen hat man festgestellt, dass gar nicht so viele Aerosole aus einer Trompete frei gesetzt werden, wie man ursprünglich gedacht hat“, sagt Esther Schlamann.

Harmonie der Darbietungen leidet unter weiten Abständen

Sicher ist aber sicher: Mit Abstand zu musizieren, ist in Corona-Zeiten unumgänglich. Allerdings beeinträchtigt die weite Entfernung der Bläser voneinander die Harmonie der Darbietung: „Man muss sehr genau beobachten und hinhören, was die Mitspieler machen, sonst bläst man vielleicht zu laut und übertönt die anderen Musiker“, hat Esther Schlamann festgestellt.

Mit Stand vom Freitag (16.10.) wird die Blaskapelle Einklang also am 15. November am Ehrenmal wieder auftreten können. Das ist das erste Mal nach der langen Corona-Zwangspause.

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