Caritas will neuen Kindergarten betreiben – aber das Bistum stellt sich quer

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Bevor sie eine Kindergarten-Notgruppe übernahm, stellte die Caritas die Bedingung, dass sie auch Trägerin des geplanten Kindergartens werde. Das aber verbietet das Bistum- eigentlich.

Schermbeck

, 08.12.2019, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bereits 2017 hatte das Bistum Münster verfügt, dass Kirchengemeinden und andere kirchliche Organisationen wie die Caritas keine neuen und zusätzlichen Kindergärten betreiben dürfen. Die Begründung: In den bestehenden katholischen Einrichtungen würden mehr Plätze vorgehalten, als es dem Anteil der katholischen Bevölkerung entspricht.

Anfang dieses Jahr waren 21 Kinder in Schermbeck ohne Kindergartenplatz. Dennoch hatte die Caritas ihre Entscheidung zu Beginn dieses Jahres, dringend benötigte Kindergartenplätze in einer „Notgruppe“ im Alten Rathaus zu schaffen, davon abhängig gemacht, dass sie auch Trägerin eines noch zu bauenden Kindergartens in Schermbeck werde.

„Mir fehlte die Information“

„Mir fehlte die Information, dass das Bistum das nicht gestattet. Da hat Herr van Meerbeck was versäumt“, sagte Grünen-Politikerin Ulrike Trick am Mittwoch im Haupt- und Finanzausschuss über den Caritas-Direktor Michael van Meerbeck.

Bürgermeister Mike Rexforth sagte, er habe von dieser Verfügung des Bistums nichts gewusst. Michael van Meerbeck habe ihn Ende Oktober dieses Jahres informiert, dass es Probleme mit der Trägerschaft für den geplanten Kindergarten geben könnte.

Möglicher Ausweg

Die jetzige Notgruppe sei nicht betroffen, so Rexforth. Er und van Meerbeck sähen eine Möglichkeit, doch am gefassten Plan festzuhalten. Denn die Verfügung gelte für Regelkindergärten. „Aus Sicht der Caritas und aus meiner Sicht handelt es sich bei dem, was wir vorhaben, nicht um einen Regelkindergarten.“ Eine Begründung dafür wolle er aber nur im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung geben.

Als Regelkindergärten werden Einrichtungen bezeichnet, die Kinder aus dem umliegenden Wohnumfeld aufnehmen. Davon unterschieden werden Kindergärten mit besonderer pädagogischer Konzeption, die ein größeres Einzugsgebiet haben. Beispiele wären Waldorf-, Montessori- oder Waldkindergärten.

Er sei persönlich beim Generalvikar in Münster gewesen und habe ihm seine Sichtweise erklärt, sagte Rexforth. Die Gesamtkonzeption habe dieser zur Kenntnis genommen und verfügt, dass die mit der Entscheidung betraute Kollegin zu einem Ortstermin nach Schermbeck kommen solle. Rexforth: „Danach wird das Bistum entscheiden, ob es eine Ausnahme geben wird.“

Bei Absage steht eine erneute Trägersuche an

Und wenn nicht? „Dann werden wir uns um einen neuen Träger bemühen müssen“, so Rexforth. Dazu müsse der Kreis Wesel, der für die Kindergarten-Betreuung in Schermbeck zuständig ist, in ein „Interessensbekundungsverfahren“ einsteigen. Darin könnten sich potenzielle Träger für den geplanten Kindergarten bewerben.

Für die Gemeinde am teuersten wird es, wenn sich kein Träger findet. Rexforth: „Dann wird es Aufgabe der Gemeinde Schermbeck sein.“

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