Biberschwanzziegel sollen alte Wasserpumpe schützen

Restaurierung

Der Zahn der Zeit ist an der Pumpe neben dem Heimatmuseum in der Steintorstraße nicht spurlos vorüber gegangen. Das Dach hatte besonders stark gelitten. Zwei Azubis nahmen sich der Sache an.

Schermbeck

, 22.08.2019, 17:15 Uhr / Lesedauer: 2 min
Biberschwanzziegel sollen alte Wasserpumpe schützen

Der gemeindliche Hochbautechniker Carsten Klein-Bösing dankte den beiden Azubis Fynn Hribar und Merlin Dorstewitz (v.l.) für ihre Restaurierung des Pyramidendaches der ehemaligen Wasserpumpe der Nachbarschaft „Op den Hoff“. © Helmut Scheffler

Zu den Aufgaben des Gebäudemanagements der Gemeinde Schermbeck gehört zwar nicht die Betreuung der Pumpe, aber des benachbarten Heimatmuseums. Dabei wurden die Schäden festgestellt. Hochbautechniker Carsten Klein-Bösing nahm Kontakt mit Dachdeckermeister Dennis Wischerhoff auf und traf auf offene Ohren.

Im Betrieb „D. Wischerhoff Bedachungen“ an der Landwehr 65 wurde ein Azubi-Projekt gestartet. Die beiden Auszubildenden Fynn Hribar und Merlin Dorstewitz erhielten den Auftrag, ein neues Pyramidendach zu planen und anzufertigen. Das Grundgerüst bestand aus einer quadratischen Grobspahnplatte mit vier in einer Spitze zusammenkommenden Dreiecksflächen.

„Blechdach wäre nicht so schön gewesen“

„In einer Ziegel-Gemeinde wie Schermbeck wäre ein Blechdach nicht so schön und passend gewesen“, freut sich Klein-Bösing in der Rückschau über die Unterstützung der Schermbecker Dachziegelwerke Nelskamp. Die Firma sponserte passende Biberschwanzziegel aus gebranntem Ton.

Da, wo die vier Dreiecksseiten aneinanderstoßen, fertigten die beiden Auszubildenden eine Gratabdeckung aus Kupfer. An der Spitze befindet sich eine kleine Kupferpyramide als Abdeckung.

Früher gab es elf Pumpen im Ortskern

Die solide handwerkliche Arbeit stellt sicher, dass die Pumpe nun viele weitere Jahre hindurch an eine Form der Wasserversorgung erinnern kann, die innerhalb des ehemals mit einer Stadtmauer versehenen Ortskerns üblich war. Dort gab es elf Pumpen, die einzelnen Nachbarschaften zugeordnet waren und von diesen Nachbarschaften sorgsam gepflegt wurden. Die jetzt sanierte Pumpe gehörte der Nachbarschaft „Op den Hoff“.

Die Pumpen versorgten nicht nur Menschen und Haustiere mit Trinkwasser, sondern auch Haushalte mit Brauchwasser. Die Pumpen mussten sich immer in einem guten Zustand befinden, um in Brandfällen ergänzendes Löschwasser liefern zu können.

Wasserpumpen wurden entfernt

All diese Aufgaben übernahmen die Wasserpumpen noch bis Mitte der 1950er-Jahre. In den Jahren 1954 und 1955 erhielt der Schermbecker Ortskern einen Anschluss an die öffentliche Wasserversorgung. Danach wurden die Wasserpumpen entfernt. Nur die Pumpe an der Steintorstraße blieb bis heute stehen.

Als Denkmal wurde sie in den „Historischen Rundweg“ eingefügt, der am 4. Dezember 1987 eröffnet wurde, um die Reste an erinnerungswürdiger Geschichte zu bewahren und der Öffentlichkeit vorzustellen. Mehrmals jährlich bietet der Heimat- und Geschichtsverein geführte Rundgänge zu 22 Objekten an, die mithilfe von Kupfertafeln kurz beschrieben sind.

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