Die Förderung von Sportvereinen, wie dem Sportverein Schermbeck 2020, wird steuerlich ab 2023 komplizierter. © Berthold Fehmer
Sportförderung

Betriebskostenzuschüsse für Vereine bald ein Fall fürs Finanzamt

Betriebskostenzuschüsse für die Schermbecker Sportvereine sollte die Gemeinde bald besser nicht mehr zahlen. Denn sonst schlägt das Finanzamt zu. Die Alternative bereitet Kopfzerbrechen.

Eine gewisse Ratlosigkeit war Bürgermeister Mike Rexforth irgendwann in der Diskussion zum Tagesordnungspunkt „Sportförderungszuschuss“ im Haupt- und Finanzausschuss am Mittwoch anzusehen. „Das Ganze ist ein bisschen kompliziert“, gestand er: „Ich muss nachdenken.“

Worum es geht: Die Gemeinde gewährt Sportvereinen einen jährlichen Betriebskostenzuschuss. Dafür, dass diese Sportanlagen betreiben, was früher die Gemeinde übernahm. Konkret ging es am Mittwoch um den Waldsportplatz, Im Trog, der vom Sportverein Schermbeck 2020 betrieben wird. Der Vereine hatte erhöhte Kosten nachgewiesen.

„Umsatzsteuerfalle“ ist das Problem

Ein Problem stellt sich in Zukunft: Ab 2023 würde das Finanzamt bei solch einem Leistung-Gegenleistung-Abkommen Umsatzsteuer fordern. „Umsatzsteuerfalle“ nannte dies Mike Rexforth. Deshalb hatte die Verwaltung in der Vorlage für den Ausschuss eine Sportförderungsvereinbarung angekündigt.

Nach Beschluss des Ausschusses (bei einer Enthaltung von BfB-Mitglied Klaus Roth) soll der Sportverein Schermbeck 93.432 Euro sowohl für 2020 als auch 2021 (darin enthalten sind die erhöhten Kosten, die beantragt wurden) erhalten.

Verbrauch soll minimiert werden

Doch Rainer Gardemann (CDU) hatte zusätzlich den Vorschlag gemacht, in einer künftigen Sportförderungsvereinbarung eine Änderung einzubringen. Und zwar solle mit dem Sportverein Schermbeck und dem TuS Gahlen vereinbart werden, dass Verbrauchskosten für Strom, Gas und Wasser „nur bis zu einer festen Grenze“ gezahlt werden sollten.

„Es soll, bei aller tollen Arbeit, die die Vereine leisten, einen Anreiz geben, den Verbrauch im Blick zu halten“, so Gardemann. Wenn ein Verein weniger verbrauche, solle dieser die Hälfte des eingesparten Gelds behalten, der Rest solle an die Gemeinde gehen.

Vorschlag bringt Schwierigkeiten mit sich

Einige Schwierigkeiten sind damit verbunden: Soll es ein Laufzeitende für die Vereinbarung geben? Rexforth konnte sich einen Zeitraum von fünf Jahren vorstellen. Und was, wenn der Verbrauch sinke, die Preissteigerung aber dennoch einen Mehraufwand nötig mache? Basis der Vereinbarung könnten nicht Summen, sondern nur der Verbrauch sein, vermutete Rexforth.

Doch letztlich, nach längerer Diskussion, schlug er vor, der Verwaltung mehr Zeit für die Ausarbeitung zu geben, um steuerrechtlichen Fragen aus dem Weg zu gehen. „Wie man das nennt, ist mir ehrlich gesagt egal“, sagte Rainer Gardemann: „Ich möchte sinkende Verbräuche und eine Förderung der Vereine.“

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Berthold Fehmer (Jahrgang 1974) stammt aus Kirchhellen (damals noch ohne Bottrop) und wohnt in Dorsten. Seit 2009 ist der dreifache Familienvater Redakteur in der Lokalredaktion Dorsten und dort vor allem mit Themen beschäftigt, die Schermbeck, Raesfeld und Erle bewegen.
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