Ampel geht mit kurioser Verzögerung in Betrieb - An ein Detail hatte keiner gedacht

Ampelanlage

Die neue Ampelanlage an der Kreuzung Östricher Straße/Maassenstraße ist seit Freitagmittag in Betrieb. Auch die Kanalbrücke ist endlich fertig. Günter Franz hat allerdings eine Befürchtung.

Schermbeck

, 28.06.2019 / Lesedauer: 3 min
Ampel geht mit kurioser Verzögerung in Betrieb - An ein Detail hatte keiner gedacht

Jahrzehntelang gefordert, jetzt endlich im Betrieb: Die Ampelanlage an der Maasenstraße, Hünxer Straße, Gahlener Straße und Kirchstraße. © Berthold Fehmer

Zwei Jahre lief der Verkehr auf der Kanalbrücke der Maassenstraße nur einspurig, seit Freitagmittag ist wieder freie Fahrt angesagt. 11 Uhr war angekündigt, 12 Uhr war es dann wirklich so weit. Der kuriose Grund: Zwei Stopp-Schilder fehlten an der Kreuzung der Östricher Straße, Gahlener Straße, Maassenstraße und Kirchstraße, an der die neue Ampelanlage nach jahrzehntelangen Forderungen aus der Politik und vielen Unfällen endlich in Betrieb gehen sollte.

Ampel geht mit kurioser Verzögerung in Betrieb - An ein Detail hatte keiner gedacht

Trotz langer Planung wurden die Stopp-Schilder vergessen. Hier baut ein Straßen.NRW-Mitarbeiter eines der provisorischen Schilder auf. © Berthold Fehmer

Ein Mitarbeiter von Straßen.NRW brachte die Schilder, die provisorisch aufgestellt wurden. Zur Einordnung: Seit dem 15. Oktober 2018 besteht die Baustelle an dieser Stelle! Ein bisschen schmunzeln musste darüber Günter Franz vom Wasser- und Schifffahrtsamt, der für die Baustelle Kanalbrücke zuständig war. Seit Monaten beschäftige man sich mit der Kreuzung, doch die fehlenden Schilder, die den Verkehr regeln, falls die Ampel ausfallen sollte, seien erst kurz vor der Inbetriebnahme der Ampel aufgefallen.

Um 12 Uhr schalteten Mitarbeiter der Firma Prange die Baustellenampel aus, ein Mitarbeiter der Firma Siemens die Ampelanlage ein. Das funktionierte reibungslos. Günter Franz schaute dennoch ein bisschen besorgt: Viele Autofahrer hätten sich im Laufe der vielen Monate an die Baustellenampel gewöhnt. „Nicht, dass die jetzt über die Brücke kommen und hier einfach rüberfahren, weil sie die Ampel nicht wahrnehmen.“

Ampel geht mit kurioser Verzögerung in Betrieb - An ein Detail hatte keiner gedacht

Die zwei Kameras neben der Ampel nehmen den Verkehrsfluss auf. Ein Computer errechnet dazu die passenden Grün- und Rotphasen. © Berthold Fehmer

Mit der neuen Ampelanlage soll die Zahl der Unfälle reduziert werden. Außerdem sind Kameras an den Ampeln angebracht, die den Verkehrsfluss im Auge behalten und die Rot- und Grün-Phasen entsprechend steuern sollen. Dafür muss aber in den kommenden Wochen noch eine passende Programmierung entwickelt werden.

Die freie Fahrt auf der Maassenstraße wird am Montag (1. Juli) ein jähes Ende finden, wenn der Radweg zwischen Lippebrücke und Alter Poststraße von Straßen.NRW saniert wird. Wieder soll der Verkehr einspurig geführt werden.

Mit sechs bis sieben Wochen Bauzeit rechne man, so ein Sprecher von Straßen.NRW auf unsere Anfrage. Man habe nicht auf den Beginn der Sommerferien gewartet, da man nicht mit so einem hohen Verkehrsaufkommen an dieser Stelle rechne. Auch einen Rückstau zurück bis zur neuen Ampelanlage hielt der Sprecher für ausgeschlossen.

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