Wie stark die Mittelstraße täglich von motorisiertem Verkehr belastet ist, zeigt die Analyse der Tagesverkehrsmenge. © Junker+Kruse, Runge IVP, wbp
Mittelstraße

5000 Kfz täglich auf der Mittelstraße – Vorschläge für weniger Verkehr

4000 bis 5000 Kfz, dazu rund 900 Radfahrer und 1500 Fußgänger quälen sich täglich durch die enge Mittelstraße. Die Zahl der motorisierten Fahrzeuge ist laut Gutachtern „nicht verträglich“.

Einen Zwischenbericht zum Städtebaulichen Rahmenplan für den Ortskern Schermbeck erhält der Planungsausschuss, der am 2. Februar tagt. Die Arbeitsgemeinschaft der Büros Junker + Kruse, Runge IVP und wbp Landschaftsarchitekten betont, dass der Ortskern grundsätzlich ein „hervorragender Wohnstandort“ sei. Die Mittelstraße als zentraler Ankerpunkt und die räumliche Nähe zu Grünanlagen seien eine große Chance.

Knackpunkt ist aber die Mittelstraße: „Anzustreben ist eine nachhaltige und zukunftsweisende Verkehrslösung, die allen Nutzungsansprüchen möglichst gut gerecht wird“, so die Gutachter.

Verkehrszählungen

Im September 2020 wurden Verkehrszählungen an 13 Stellen durchgeführt. Diese zeigten nicht nur die eingangs genannte Zahl an motorisiertem Verkehr in der Mittelstraße, sondern auch, „dass nur ein sehr geringer Anteil des Kfz-Verkehrs auf der Mittelstraße ortsfremder Durchgangsverkehr ist“, so die Gutachter. Von den motorisierten Verkehrsteilnehmern hätten nur 200 Fahrten (5 Prozent) weder Ursprung noch Ziel in Schermbeck oder Altschermbeck. 50 Prozent der Fahrzeuge seien auf innerörtlichen Durchgangsverkehr zurückzuführen.

Mehrere Szenarien untersucht

Die Gutachter setzen dies in Relation zu Straßen, die sie als „weniger empfindlich“ gegenüber dem Kfz-Verkehr einstufen. Etwa die Schienebergstege, die 1.600 bis 2.600 Fahrzeuge täglich aufnimmt oder den Kapellenweg mit 3.800 bis 4.600 motorisierten Fahrzeugen pro Tag. Die Gutachter untersuchten nun mehrere Szenarien:

  • Status Quo: Beibehaltung der Verkehrsführung, vielleicht gestalterische Maßnahmen, die zur Verkehrsberuhigung beitragen.
  • Temporäre Sperrungen: Die Mittelstraße wird für den Kfz-Verkehr etwa an Wochenenden und Feiertagen gesperrt.
  • Abbiegeverbote: Durch die Unterbindung von „Abbiegebeziehungen“ am Knotenpunkt L607/Mittelstraße soll Verkehr aus der Mittelstraße verlagert werden.
  • Einbahnstraße: Kfz-Verkehr auf der Mittelstraße nur in einer Richtung; dabei werden sowohl eine Nord-Süd- als auch eine Süd-Nord-Orientierung untersucht. Der Radverkehr darf dabei jeweils auch in Gegenrichtung des Kfz-Verkehrs die Mittelstraße befahren.
  • Einbahnstraßenkonzept: Mittelstraße, Schienebergstege und Kappellenweg bilden einen Einbahnstraßenring (im Uhrzeigersinn bzw. gegen den Uhrzeigersinn).
  • Fahrradzone (Anlieger frei): Der Bereich um die Mittelstraße wird grundsätzlich nur für Radfahrer und Fußgänger sowie den Kfz-Verkehr der Anwohner und den Lieferverkehr freigegeben.
  • Teilsperrung: Zwischen Bösenberg und Apothekerstege wird eine bauliche Sperrung (absenkbare Poller) der Mittelstraße eingerichtet.

Welche Variante die Gutachter bevorzugen, wollen sie dem Planungsausschuss in der Sitzung vorstellen.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Berthold Fehmer (Jahrgang 1974) stammt aus Kirchhellen (damals noch ohne Bottrop) und wohnt in Dorsten. Seit 2009 ist der dreifache Familienvater Redakteur in der Lokalredaktion Dorsten und dort vor allem mit Themen beschäftigt, die Schermbeck, Raesfeld und Erle bewegen.
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Berthold Fehmer

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