Um eine energetische Sanierung kommt die Sportanlage des TuS Gahlen Im Aap nicht herum. Die Gemeinde möchte das aber möglichst nicht auf eigene Kosten erledigen, sondern lieber die gesamte Sportanlage mit Fördermillionen aufwerten. © Berthold Fehmer
Sportanlage

3 Millionen Euro für Sportanlage? Politiker fürchten steigende Kosten

Mit 3 Millionen Euro soll die Gahlener Sportanlage aufgewertet werden. „Klotzen statt kleckern“ ist bei Förderprogrammen die Devise. Lokale Politiker fürchten aber Kostensteigerungen.

Nach Vorbild des Hallenbads und des Sportplatzes des SV Schermbeck soll auch die Gahlener Sportanlage Im Aap mit Hilfe einer Förderung aufgewertet werden. Der TuS Gahlen betreibt die Anlage, wobei vertraglich festgehalten ist, dass der Verein bei notwendigen Investitionsmaßnahmen Förderanträge an die Gemeinde stellen kann.

Allein für die Sanierung des Rasenplatzes und die energetische Sanierung von Gebäuden kommt eine Kostenschätzung auf 454.000 Euro. Bürgermeister Mike Rexforth spekuliert stattdessen auf ein Förderprogramm des Bundes. Im Gespräch mit Fördergebern habe man erfahren: „Man sieht gerne, wenn man mit einer großen Summe reingeht.“ Man sei ermuntert worden, „groß zu denken“.

Verein macht 27 Vorschläge

Eine Liste mit 27 Vorschlägen hat der Verein erstellt, die insgesamt etwas mehr als 3 Millionen Euro kosten würden. Die teuersten Posten sind eine Umkleide mit Dachausbau und Anbau (755.000 Euro), die energetische Sanierung (545.000 Euro), darin sind auch ein Blockheizkraftwerk und eine Photovoltaikanlage enthalten, der Naturrasenplatz (263.500 Euro) und ein Spielplatz (rund 200.000 Euro).

Rexforth hofft auf eine 90-prozentige Förderung von maximal 3 Millionen Euro seitens des Bundes. 324.000 Euro wären dann noch durch die Gemeinde zu stemmen. Doch er dämpfte im Rat die Erwartungen: „Es kann sein, dass wir nicht erfolgreich sind.“

„Wir sollten diesen Versuch starten“

Rainer Gardemann (CDU) sagte: „Wir sollten diesen Versuch starten.“ Noch habe man keinen Zeitdruck, aber: „Die energetische Sanierung wird uns einholen.“ Jetzt zu handeln sei besser, „als wenn die Heizungsanlage ausgefallen ist und wir müssen das mal eben aus dem Gemeindehaushalt finanzieren.“

Manuel Schmidt (Die PARTEI) sagte hingegen über das Projekt: „Das ist ein ganz schöner Brocken.“ So ein großes Projekt „lädt dazu ein, dass man Sachen reinschreibt, die nicht zwingend notwendig sind“, meinte Simon Bremer (FDP): „Auch das Geld des Fördergebers ist am Ende Steuergeld und da sollte man vernünftig mit umgehen.“

Kostensteigerungen könnten ein Problem werden

Ein „Problem mit der Wunschliste“ hatte Holger Schoel (Grüne), der bei der Berechnung sogar von einem „Blendwerk“ sprach. Die hohen Kostensteigerungen am Bau würden sicherlich höhere Baukosten nach sich ziehen, auf denen die Gemeinde dann sitzen bleibe.

„Sie haben recht. Wir wissen noch nicht, wo die Baukosten hinlaufen“, entgegnete Rexforth. Genauere Zahlen könne man noch nicht liefern. Die Pläne seien bislang eine „Projektskizze“, die man beim Fördergeber einreiche. „Wenn die Grundidee auf fruchtbaren Boden fällt, fängt die Arbeit an.“

Dass die Löhne und Materialkosten sich stark nach oben entwickelten, sei beim Bund bekannt, so Gerd Abelt, Stellvertreter des Bürgermeisters: „Die schlafen auch nicht auf dem Baum.“ Die vorgestellten Zahlen, fügte Alexander Thomann von der Stabsstelle für Förderanlegenheiten hinzu, seien von Fachfirmen eingereicht worden und „nicht aus der Luft gegriffen“.

Gemeindlicher Goldesel gesucht

Ulrike Trick (Grüne) fragte, ob man den Katalog an Wünschen noch der gemeindlichen Finanzlage anpassen könne. Und sagte: „Wir haben in der Gemeinde nicht nur Sportler.“ Zudem sei die Gemeinde in der Haushaltssicherung. In Richtung des Kämmerers sagte Trick: „Ich würde gerne mit Herrn Hindricksen den gemeindlichen Goldesel suchen und ihm die Öhrchen kraulen. Irgendwann ist Zahltag.“

Von der Förderung der Sportstätten profitierten „mindestens 50 Prozent der Schermbecker“, antwortete Rexforth. „Das ist richtungsweisend für die Weiterqualifizierung unseres Orts.“ Mehrheitlich wurde vom Rat entschieden, dass ein Förderantrag gestellt werden soll. Mit einer Bewilligung ist frühestens 2022 zu rechnen.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Berthold Fehmer (Jahrgang 1974) stammt aus Kirchhellen (damals noch ohne Bottrop) und wohnt in Dorsten. Seit 2009 ist der dreifache Familienvater Redakteur in der Lokalredaktion Dorsten und dort vor allem mit Themen beschäftigt, die Schermbeck, Raesfeld und Erle bewegen.
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