151 Gramm Drogen bei Wohnungsdurchsuchung gefunden

dzDrogen

151 Gramm Partydrogen hat die Polizei bei der Durchsuchung einer Schermbecker Wohnung gefunden. Eine der Bewohnerinnen wurde später beim Diebstahl mit einer verbotenen Waffe geschnappt.

Schermbeck

, 17.09.2020, 14:33 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die 27-Jährige, die mittlerweile in Dorsten lebt, wohnte 2016 noch bei ihrem damaligen Freund an der Freudenbergstraße in Schermbeck. Von ihrem Freund sei sie dazu gebracht worden, als Prostituierte zu arbeiten, so der Staatsanwalt. Im April, so lautete die Anklage am Donnerstag vor dem Weseler Schöffengericht, seien zwei Männer dort erschienen und hätten gedroht, Nacktbilder von ihr zu veröffentlichen, wenn sie die Drogen nicht in der Wohnung lagere.

Im Tresor der Wohnung fanden die Polizisten bei einer Durchsuchung am 20. April 2016 insgesamt 151 Gramm MDMA (Methylendioxy-N-Methylamphetamin), eine Partydroge. In den drei Wochen zuvor seien zweimal mindestens 50 Gramm abgeholt worden, so der Staatsanwalt.

Falsche Fingernägel gestohlen

Vorgeworfen wurde der Frau auch, am 18. Januar 2017 im Rossmann-Drogeriemarkt in Schermbeck unter anderem falsche Fingernägel und eine Powerbank mit einem Gesamtwert von 39 Euro gestohlen und dabei eine Waffe mit sich geführt zu haben. Dabei handelte es sich um einen Teleskop-Schlagstock. Die zweite Tat räumte die Angeklagte direkt ein, den Drogenbesitz nicht. „Ich wusste, dass sie im Haus sind, zu tun hatte ich damit aber gar nichts.“

Ihr damaliger Freund, der seit 28 Monaten in Haft ist, wurde in Handschellen in den Gerichtssaal geführt. Der 44-Jährige, der wegen Drogenbesitzes verurteilt wurde, räumte ein, dass die Drogen ihm gehörten. „Mein Wohnzimmer, mein Tresor.“ Vom Richter wurde er mit seiner früheren Aussage (30. Januar 2017) vor Gericht konfrontiert: Seine damalige Freundin habe anschaffen müssen, sei bedroht worden und „musste Drogen bei uns lagern“.

Die Angeklagte hatte diese Version mit einer Aussage bei der Polizei unmittelbar nach der Tat gestützt. „Ich habe mich von dem einschüchtern lassen. Ich habe die Falschaussage aus Liebe gemacht“, sagte sie hingegen am Donnerstag vor Gericht.

Ihr Ex-Freund bestätigte, dass seine damaligen Aussagen nicht stimmten. „Dann haben sie sich mit dieser falschen Aussage strafbar gemacht“, sagte der Staatsanwalt. Denn er habe die Schuld seiner Ex-Freundin zugeschoben. Der Staatsanwalt: „Dann müssen Sie mit einem erneuten Verfahren rechnen.“

„Ich habe die Scheiße doch schon abgesessen“

Plötzlich ruderte der Zeuge zurück: „Ich hab die Scheiße doch schon abgesessen. Das ist mir alles viel zu lang her. Ich bin schon seit 28 Monaten in Haft und stand damals jedes Mal unter Alkohol und Drogen. Ich weiß nicht mehr, wie es gewesen ist.“

„Von der Aussage mag man halten, was man will“, sagte der Staatsanwalt, nachdem die Vernehmung des 44-Jährigen beendet war. Man könne aber der Angeklagten den Drogenbesitz nicht mit der erforderlichen Sicherheit zuschreiben. Für den Diebstahl mit dem Teleskop-Schlagstock, der unter das Waffengesetz fällt, forderte der Staatsanwalt acht Monate Haft auf Bewährung sowie 100 Stunden gemeinnützige Arbeit. Der Verteidiger nannte hingegen die Einlassung des Zeugen glaubwürdig. Auch weil die Tat dreieinhalb Jahre zurückliege, forderte er sechs Monate Haft auf Bewährung.

Vorbestraft war die Angeklagte bereits wegen eines Betäubungsmitteldelikts. Das Schöffengericht setzte die Strafe auf sieben Monate Haft mit dreijähriger Bewährungszeit fest. Hinzu kommen 100 Sozialstunden, die innerhalb von sechs Monaten geleistet werden müssen. Die Angeklagte und der Verteidiger erklärten sich einverstanden, sodass das Urteil rechtskräftig ist.

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