Nur ein Tor (gegen Paderborn) in den letzten vier Bundesliga-Spielen: In der Kreativ-Abteilung der Königsblauen hängt zuviel von Amine Harit ab.

von Norbert Neubaum

Gelsenkirchen

, 17.02.2020, 06:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Betrachten wir die Dinge zunächst mal positiv: Durch das 0:0 in Mainz hat Schalke auf Platz sieben - also auf einen Nicht-Europapokalrang - einen Platz gut gemacht. Das ist doch auch schon mal was. Aber es ist auch kein Geheimnis, dass die Königsblauen in der Winterpause und erst recht nach dem formidablen Rückrunden-Auftakt gegen Gladbach von mehr träumten.

Nämlich von der Champions League - mach einer träumte leise, andere wie Ozan Kabak sprachen das ganz offen und deutlich aus. Die Königsklasse sollte es sein. Und nicht erst in der nächsten Saison, sondern schon in dieser. Die Weichen dazu schienen gestellt. Doch nun hat Schalke ein wenig den Anschluss verloren.

Neun Remis: Spitzenreiter

Am Wochenende haben alle fünf in der Tabelle über den Königsblauen stehenden Mannschaften gewonnen, während das Team von Trainer David Wagner nicht so recht von der Stelle kommt. Die Null-Nummer in Mainz war das neunte Schalker Unentschieden in dieser Saison. In dieser für sich nach oben orientierenden Mannschaften eher unbeliebten Rubrik ist Schalke Bundesliga-Spitzenreiter.

Lassen wir Zahlen sprechen, denn die lügen bekanntlich nicht: Seit vier Bundesliga-Spielen ist Schalke sieglos. In diesen vier Spielen gelang den Blau-Weißen gerade mal ein einziges Törchen: Nach dem 0:5 bei den Bayern gab es das 0:0 bei Hertha BSC Berlin, dann ein 1:1 gegen Paderborn, nun das 0:0 in Mainz. Natürlich hat das Gründe.

„Plan B“ für Abteilung Attacke

Können in der Defensiv die vielen verletzungsbedingten Ausfälle noch einigermaßen aufgefangen werden, gelingt das in der Abteilung Attacke nicht. Besonders das Fehlen von Suat Serdar macht sich in so zähen Spielen wie in Mainz bemerkbar. Zuviel ist dann von Amine Harit abhängig - ist der Regisseur aus dem Spiel genommen, läuft nicht mehr viel. Eine wahrlich nicht exklusive Erkenntnis - denn natürlich hat sich das in der Bundesliga mittlerweile rumgesprochen.

Schlussfolgerung: Schalke braucht im Spiel nach vorn auch ohne Suat Serdar einen „Plan B“, der sich nicht allein auf die Geistes-Blitze von Amine Harit verlässt. Sonst drohen weitere Resultate, die Schalke auf der Stelle treten lassen.

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