Wie der Präsident von Drochtersen über Schalke 04 denkt

Schalke 04

Schalke ist gewarnt: Pokalgegner Drochtersen/Assel schnupperte zweimal an einer Pokalsensation. Wie der Rigo Gooßen, der Präsident des Regionalligisten die Lage bewertet, verrät er hier.

Gelsenkirchen

, 09.08.2019, 18:28 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wie der Präsident von Drochtersen über Schalke 04 denkt

Rigo Gooßen führt seit 37 Jahren die Geschäfte beim SV Drochtersen/Assel. © dpa

Zwei Dörfer sind im Fußballfieber: Die 1977 zur SV Drochtersen/Assel fusionierten Gemeinden freuen sich auf das Spiel des Jahres: In der ersten DFB-Pokalrunde ist der FC Schalke 04 heute Nachmittag (15.30 Uhr) beim niedersächsischen Regionalligisten zu Gast. Im Interview mit Präsident Rigo Gooßen, der seit 37 (!) Jahren die Geschäfte führt, erzählt der Steuerberater erstaunliche Geschichten über seinen Klub.

Ein Bundesligist als Gegner – das ist bei Ihnen nun schon fast Routine...

(lächelnd) Na ja. Wir haben uns natürlich sehr über dieses Los gefreut, aber solch ein Spiel ist natürlich für so einen kleinen Verein eine große Arbeitsbelastung. Aber nach den Pokalspielen gegen Borussia Mönchengladbach und Bayern München sind wir das schon ein bisschen gewohnt.


War ein Wechsel in ein anderes Stadion kein Thema, um eine noch größere Einnahme zu erzielen?

Nie. Wir haben wieder eine Zusatztribüne aufgebaut. Mittlerweile haben wir beim Deutschen Fußball-Bund einen sehr guten Namen, so dass es in dieser Hinsicht überhaupt keine Probleme gab. Hinzu kommt, dass wir auf unseren Heimvorteil nicht verzichten wollten.



Haben Sie mit solch einer Zusatzeinnahme den Etat für eine ganze Saison gedeckt?

(schmunzelnd) Das ist wohl so. Das Geld, was wir gegen die Bayern eingenommen haben, haben wir noch gar nicht ausgegeben. Gegen Schalke werden fast 8.000 Zuschauer diese Pokalpartie sehen.


Wie viele sind es denn gewöhnlich bei einem Regionalliga-Heimspiel?

So zwischen 800 und 1.200 Zuschauer. Das ist in Ordnung, wir sind zufrieden.



Drochtersen/Assel spielt seit fünf Jahren in der Regionalliga. In der vergangenen Saison erreichte die Mannschaft Platz fünf. Wann klappt es mit dem Aufstieg?

Das ist für uns kein Thema. Die Regionalliga ist für uns das Maß aller Dinge. Die Auflagen für die 3. Liga könnten wir nicht erfüllen. Wir sind glücklich, uns in der Regionalliga bisher gut behauptet zu haben.



Sie klingen so, als gibt es bei Ihnen noch so etwas wie die heile Fußballwelt der Amateure.

Das würde ich unterschreiben. Wir legen sehr viel Wert auf eine gute Nachwuchsarbeit. Wenn wir Spieler verpflichten, dann meistens aus der näheren Umgebung. Wir wollen uns den dörflichen Charakter bewahren.


Aber eine Prämie für einen Pokalsieg gegen Schalke wird es doch wohl geben?

Nein. Das ist jedenfalls nicht geplant. Es ist für die Mannschaft schon Belohnung genug, überhaupt die Qualifikation für die erste DFB-Pokalrunde geschafft zu haben. Wir haben uns gegen drei Drittligisten durchgesetzt. Das war toll.



Gibt es bei Ihnen Spieler in der Mannschaft, die vom Fußball leben?

Nein. Entweder sind die Spieler berufstätig oder in der Ausbildung. Wir sind reine Amateure.



Was haben Sie gedacht, als Ihnen Schalke zugelost wurde?

Die Auslosung war ziemlich aufregend, weil es sehr lange dauerte, bis wir gezogen wurden. Danach war der Jubel groß, denn Schalke ist im Fußball natürlich ein Verein, den jeder kennt.


Wurden die Königsblauen auch von ihrem Trainer beobachtet?

Natürlich. Lars Uder ist sehr ehrgeizig und hat sich das Spiel bei Twente Enschede angeschaut.

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