Warum Schalke-Trainer Dimitrios Grammozis seine Mannschaft lobt

Schalke 04

Enttäuscht über das Ergebnis, aber zufrieden mit der Art und Weise, wie sich seine Mannschaft in Leverkusen präsentierte. So differenziert fiel das Urteil von Dimitrios Grammozis aus.

Leverkusen/Gelsenkirchen

, 03.04.2021, 18:26 Uhr / Lesedauer: 3 min
Gut gemacht: Klaas-Jan Huntelaar (r.) trifft nach starker Vorarbeit von Can Bozdogan zum 2:1 - verhindern konnte er die Schalker Niederlage in Leverkusen damit aber nicht mehr.

Gut gemacht: Klaas-Jan Huntelaar (r.) trifft nach starker Vorarbeit von Can Bozdogan zum 2:1 - verhindern konnte er die Schalker Niederlage in Leverkusen damit aber nicht mehr. © dpa

„Wir haben uns als Team auf dem Platz präsentiert. Das war ein guter Schritt in die richtige Richtung“, fasste der 42-Jährige zusammen. Leider drücke sich der gute Auftritt nicht im Ergebnis aus.

Gleich auf mehreren Positionen hatte Schalkes Trainer Dimitrios Grammozis seine Mannschaft gegenüber der 0:3-Niederlage gegen Borussia Mönchengladbach vor zwei Wochen verändert. Die auffälligsten: Klaas-Jan Huntelaar stand erstmals nach seiner Rückkehr im Winter wieder in der Schalker Start-Elf, und mit Mehmet-Can Aydin feierte ein Spieler aus der U19 sein Bundesliga-Debüt - möglicherweise schon ein Fingerzeig für die Zukunft, die für Schalke aller Voraussicht nach in der Zweiten Liga liegen wird.

Gar nicht zum Kader gehörten Shkodran Mustafi und William - Mustafi aus sportlichen Gründen, was letztlich nur mit schwachen Trainingsleistungen zu erklären ist, bei William werden es noch die Nachwirkungen vom Gladbach-Spiel gewen sein. Die Leihgabe vom VfL Wolfsburg war in dieser Partie früh ausgewechselt worden und hatte sich nur wenig begeistert darüber gezeigt...

William und Mustafi nicht im Kader

Mit dieser Mannschaft, die so vorher noch nie zusammen gespielt hatte, machte es Schalke gar nicht mal schlecht. Gegen die erstmals von Trainer Hannes Wolf betreuten Leverkusener hielt der konzentriert agierende Defensiv-Riegel die Gastgeber weitestgehend fern vom von Frederik Rönnow gehüteten S04-Tor, die erste Chance des Spiels hatte sogar Schalke: Nach einem feinen Pass von Amine Harit und einer Flanke von Aydin köpfte Huntelaar den schwer zu kontrollierenden Ball allerdings übers Tor (11.). Leverkusener Chancen gab es so gut wie gar nicht, obwohl Bayer die weitaus größeren Spielanteile hatte.

Aber, und das gehört zur Schalker Geschichte in dieser Saison dazu, irgendwann rappelt es dann doch in der Kiste. In einem Zweikampf mit Kerem Demirbay zahlte Aydin erstes Bundesliga-Lehrgeld, die scharfe Hereingabe des Leverkusener Mittelfeldspielers konnte Lucas Alario zum 1:0 für Bayer Leverkusen verwandeln (26.). Ein Gegentor zu einem solchen Zeitpunkt war schon oft dafür verantwortlich, dass danach alle Schalker Dämme brachen. Nicht aber in Leverkusen - Schalke konnte sich von dem Schock relativ früh und gut erholen, bot Bayer weiter Paroli und wagte sich auch verstärkt nach vorn, ohne allerdings zu einer weiteren guten Torchance zu kommen.

Auch die erste gute Gelegenheit im zweiten Durchgang hatte Schalke - jetzt mit Can Bozdogan für Kerim Calhanoglu (Kolasinac rückte dafür auf die linke Defensiv-Seite) - Harits Schuss in der 48. Minute ging allerdings deutlich übers Tor. Doch auch davon ließ sich Schalke nicht entmutigen, gegen den technisch versierten Gegner schlug sich das Schlusslicht wacker und hatte nach einer knappen Stunde sogar Grund zum Jubel - allerdings nur kurz. Zwar traf Huntelaar in der 58. Minute ins Tor, bei den Zuspielen von Harit und Bozdogan hatte allerdings Harit im Abseits gestanden.

Schick erhöht auf 2:0

Und so nahm das Schalker Schicksal auch in Leverkusen seinen fast schon chronischen Verlauf. Als die Königsblauen notgedrungen wieder ein wenig aufgerückt waren, zogen ihnen zwei Leverkusener Einwechselspieler den Zahn. Florian Wirtz passte auf Patrick Schick, der aus ca. 16 Metern mit einem platzierten Flachschuss das 2:0 für Bayer Leverkusen erzielte.

Und dann fiel es doch, das erste Schalker Tor unter der Regie von Dimitrios Grammozis: Sehr schöne Vorarbeit von Can Bozdogan, tolle Ballannahme und Abschluss von - na klar - Klaas-Jan Huntelaar. 2:1 in der 81. Minute. Er ist damit der älteste Torschütze in der Schalker Bundesligageschichte ist. Grammozis: „In der Box fühlt sich Huntelaar heimisch.“

Negativ-Rekord bleibt erspart

Der in der Winterpause nach Gelsenkirchen zurückgekehrte Stürmer, der erstmals wieder in der Startelf stand, löste mit 37 Jahren und 234 Tagen den früheren Torwart Oliver Reck ab. Der heute 56-Jährige hatte im Februar 2002 beim 4:0 gegen den FC St. Pauli im Alter von 36 Jahren und 347 Tagen getroffen.

Ging da etwa noch was? Nein. Es blieb beim 2:1. Aber es war der beste Schalker Auftritt in der noch kurzen Amtszeit von Grammozis. Und dem Trainer blieb immerhin ein Negativ-Rekord erspart: Denn vier erste Spiele ohne ein Tor der eigenen Mannschaft hat in der Bundesliga noch nie ein Trainer erlebt. Und dabei bleibt es auch...

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