Wagner sieht Schalker Sparpaket nicht als „Bekenntnis zum Mittelmaß“

Schalke 04

Mit der Hypothek von 16 sieglosen Bundesliga-Spielen in Serie geht Schalkes Trainer in die kommende Saison. Das Vertrauen in ihn hält er „alles andere als für eine Selbstverständlichkeit“.

Gelsenkirchen

von Norbert Neubaum

, 06.07.2020, 12:54 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schalkes Trainer David Wagner, hier bei der Pressekonferenz am vergangenen Mittwoch, bleibt trotz der langen Sieglos-Serie im Amt: „Das ist alles andere als selbstverständlich.“

Schalkes Trainer David Wagner, hier bei der Pressekonferenz am vergangenen Mittwoch, bleibt trotz der langen Sieglos-Serie im Amt: „Das ist alles andere als selbstverständlich.“ © dpa

Spätestens als bei der Schalker Perspektiv-Pressekonferenz am vergangenen Mittwoch auch David Wagner seinen Platz am Podium im Medienraum der Veltins-Arena einnahm, war klar: Schalke geht mit Wagner als Trainer in die kommende Saison - trotz der schweren Hypothek von 16 sieglosen Bundesliga-Spielen in Serie, mit denen Schalke die Spielzeit 2019/20 beendete.

„Ich weiß, dass das alles andere als selbstverständlich ist“, gab Wagner zu, der vorher von Sportvorstand Jochen Schneider das „absolute Vertrauen“ ausgesprochen bekam. In einem Interview mit dem Fachblatt „Kicker“ räumte Schalkes Trainer nun eigene Fehler ein, bemerkte aber auch, „dass mir die ersten sechs, sieben Monate in der Bewertung oft zu kurz kommen“.

„Kein Zufall bis Mitte Februar“

In denen hatte Schalke überzeugt und war nach dem 18. Spieltag, als Borussia Mönchengladbach in einem begeisternden Spiel 2:0 geschlagen wurde, sogar Anwärter auf einen Champions-League-Platz. „Wir wissen“, so Wagner im „Kicker“, „dass das, was bis Mitte Februar passiert ist, kein Zufall war. Das will ich, das wollen wir unseren Fans beweisen.“

Als eine ganz konkrete Fehlentschätzung nannte Wagner, dass er im ersten „Geisterspiel“, dem Derby in Dortmund, die vorher lange verletzten Salif Sané, Daniel Caligiuri und Suat Serdar über die komplette Spielzeit eingesetzt zu haben: „Wir wollten unbedingt ein gutes Ergebnis gegen den BVB erzielen. Das ist uns nicht gelungen.“ Schalke verlor mit 0:4.

„Suchen jetzt kreative Lösungen“

Den Kurs der wirtschaftlichen Vernunft, den Schalke verbunden mit drastischen Sparmaßnahmen, nun einschlagen will bzw. muss, trägt Wagner mit: „Der Vorstand um Alexander Jobst und Jochen Schneider hat mich frühzeitig mitgenommen, und ich gehe diesen Weg zu 100 Prozent mit“, so Wagner im „Kicker“. Der Schalker Trainer hält den neuen Weg des Klubs „keineswegs für ein Bekenntnis zum Mittelmaß. Vielmehr ist es eine Rückkehr zur wirtschaftlichen Vernunft und Nachhaltigkeit. Sicherlich haben die erwähnten Maßnahmen auch Einfluss auf unsere kurz- bis mittelfristigen sportlichen Ziele. Nichtsdestotrotz werden wir natürlich alles dransetzen, wieder den Fußball auf den Rasen zu bringen, für den wir von Beginn der Hinrunde bis Mitte Februar gestanden haben.“

Dass die finanzielle Situtation des Vereins Schalkes Tätigkeiten auf dem Transfermarkt einschränkt, ist Wagner bewusst: „Wir suchen jetzt nach kreativen Lösungen und wollen dazu weiter auf Talente aus der Knappenschmiede setzen.“ Bereits am Sonntag hatte Schalke die Vertragsverlängerung von Innenverteidiger Malick Thiaw (18) bis 2024 bekanntgegeben.

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