Trotz aller Freude im Schalker Lager über den Derbysieg formulierte Sportvorstand Jochen Schneider mahnende Worte, was die Entwicklung betrifft. Wir ordnen seine kritischen Aussagen ein.

Gelsenkirchen

, 28.04.2019, 19:09 Uhr / Lesedauer: 1 min

Selbst an einem Schalker Feiertag wie dem völlig unerwarteten Sieg in Dortmund behielt Jochen Schneider den Blick für das Wesentliche. Nachdem sich der Schalker Sportvorstand ausgiebig und für seine Verhältnisse mit der „Becker-Faust“ fast schon überschwänglich über diese drei Punkte gefreut hatte, sparte der 48-Jährige nicht mit mahnenden Worten. „30 Punkte nach 31 Spieltagen“, so Schneider, seien für einen Verein wie den FC Schalke 04 „ein Desaster“.

So viel Selbstkritik ist bemerkenswert und wäre in dieser Form von seinem Vorgänger wohl nicht formuliert worden. Doch dabei blieb es nicht. Schneider schob die selbstkritische Überlegung nach: „Wir müssen uns fragen: Haben wir die ganze Saison über alles gegeben?“

Kampf und Einsatz über 90 Minuten

Die Antwort kann nur mit einem Nein beantwortet werden. Solcher Kampf und Einsatz über die gesamte Spielzeit wie in Dortmund muss für Schalke der Maßstab sein, und zwar über 34 Spieltage und nicht nur im Derby.

Auch Huub Stevens brach nach dem Sieg beim BVB nicht in Euphorie aus. Der Routinier hatte kürzlich bereits angedeutet, dass in dieser Mannschaft mehr im Argen liegt, als dass sich diese Probleme kurzfristig mit Suspendierungen (Fall Bentaleb) oder Strafen (Fall Harit) beheben lassen.

Nicht zur Tagesordnung übergehen

Selbst wenn Schalke auch die restlichen drei Bundesligaspiele gewinnen sollte, darf der Verein nicht zur Tagesordnung übergehen und die Saison 2018/2019 als „Betriebsunfall“ bewerten. Alle Probleme müssen auf den Tisch. Von der Zusammenstellung des Kaders bis zu innerbetrieblichen „Störenfrieden“. Die Reaktion von Schneider macht Hoffnung, dass dies gelingen könnte.

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