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In diesen Tagen hat ein Gremium des FC Schalke 04 besonders große Bedeutung: Der Aufsichtsrat. Doch wer gehört ihm eigentlich an? Wir erklären, wer dort die Richtung vorgibt.

Gelsenkirchen

, 06.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Vor der Jahreshauptversammlung am 30. Juni wollte der Aufsichtsrat ursprünglich nicht mehr zusammenkommen. Die letzte turnusmäßige Sitzung hatte am 14. März stattgefunden, als schweren Herzens der Rauswurf von Trainer Domenico Tedesco beschlossen wurde.

Am Sonntag tagte der Aufsichtsrat jedoch außerplanmäßig mehrere Stunden unmittelbar vor dem Heimspiel gegen den FC Augsburg in der Veltins-Arena, weil kein Konsens über die Besetzung von Trainer, Sportdirektor und Kaderplaner herrscht.

Wenig sportliche Kompetenz

Das ist insofern nicht überraschend, weil dieses aus aktuell zehn Mitgliedern bestehende Gremium über wenig sportliche Kompetenz verfügt. Der einzige, der reichlich Erfahrung im Profifußball besitzt, ist Huub Stevens. Doch dessen Mandat ruht aus Satzungsgründen, weil er als Schalker Interimstrainer dringend gebraucht wurde.

Deshalb setzt sich der Aufsichtsrat aktuell aus folgenden Personen zusammen. Da sind zum einen die von der Mitgliederversammlung gewählten Clemens Tönnies (zugleich Aufsichtsratschef), Moritz Dörnemann, Prof. Dr. Stefan Gesenhues, Uwe Kemmer und Peter Lange; dann Dr. Jens Buchta (vom Sportbeirat, den Abteilungen des FC Schalke 04, entsandt), Heiner Tümmers (vom Schalker Fan-Klub Verband entsandt) sowie die vom Aufsichtsrat kooptierten Mitglieder Ulrich Köllmann, Sergey Kupriyanov und Dirk Metz.

Keine Einigung mit Krösche

Die meisten Namen sind in der Öffentlichkeit ziemlich unbekannt. Viel Erfahrung in Sachen (Sport-)politik bringt lediglich Dirk Metz mit. Er war Staatssekretär unter dem früheren hessischen CDU-Ministerpräsidenten Roland Koch und hat diverse Mitgliedschaften beim DFB und der Deutschen Sporthilfe. Der Großteil der übrigen Aufsichtsratsmitglieder gilt eher als kompetent in Wirtschaftsfragen denn in sportlichen Entscheidungsprozessen.

Dieser Einschätzung würde Clemens Tönnies sicherlich vehement widersprechen, weil der 62-Jährige sich nicht nur als oberster Kontrolleur versteht, sondern sich auch immer wieder ins operative Geschäft einmischt. Ein Paradebeispiel lieferte Tönnies kürzlich bei der Vorstellung des neuen Sportvorstands Jochen Schneider, als er mit seinem Netzwerk prahlte.

Tönnies hat herausgehobene Position

Kein Zweifel besteht, dass Tönnies die Richtlinien der Politik im Aufsichtsrat vorgibt. Kritiker seiner Person, die es noch vor einigen Jahren gab, gehören dem Aufsichtsrat nicht mehr an. Dennoch ist die Suche nach Personal für die sportliche Führung diesmal für den Unternehmer besonders wichtig.

Denn auf der Jahreshauptversammlung steht Tönnies zur Wiederwahl. Die Personalien Trainer, Sportdirektor (die Gespräche mit Markus Krösche sollen gescheitert sein) und Kaderplaner sollten am besten so etwas wie Aufbruchstimmung erzeugen. Denn geht bis zum 30. Juni kein Ruck durch den Verein, drohen auch Tönnies – ungeachtet seiner Verdienste um Schalke 04 – eine Menge unangenehmer Fragen.

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