Quasi auf den letzten Drücker verpflichtete Schalke 04 Kilian Ludewig als neuen Rechtsverteidiger. Im Interview verrät der 20-Jährige, wann er das erste Mal Kontakt mit Schalke hatte.

Gelsenkirchen

, 14.10.2020, 14:17 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sie haben mit 15 Jahren schon in der deutschen U16-Nationalmannschaft debütiert. Waren Sie ein Überflieger?

Nein, das würde ich nicht sagen. Meine Karriere hat sich so

entwickelt. Ich habe im Training und in den Spielen immer versucht, mein Bestes zu geben. Das wurde dann von den Trainern honoriert.

Welche Trainer haben Sie bisher am meisten geprägt?

Das waren einige. Ich will als Beispiele Sebastian Hoeneß in Leipzig

und in der Jugend-Nationalmannschaft Christian Wück nennen. Beide haben mir viele wertvolle Tipps gegeben, was den Fußball und auch

manche Verhaltensweisen neben dem Platz betrifft.

Wück hat auf Ihre Karriere besonders großen Einfluss ausgeübt...

Er hat mich vom Stürmer und offensiven Mittelfeldspieler zum

Rechtsverteidiger umgeschult. Nach dem ersten Spiel auf der neuen Position war ich ehrlich gesagt nicht so begeistert, weil es so ungewohnt für mich war. Doch nach und nach habe ich immer mehr Gefallen an meiner neuen Rolle gefunden.

Haben Sie zu diesem Zeitpunkt schon ganz auf die Karte Profifußball gesetzt?

Nein. Ich habe zwar schon als Kind davon geträumt, Profifußballer zu

werden, wollte aber auch das Abitur machen. Das war jedoch leider durch meinen Wechsel von Leipzig nach Salzburg nicht mehr möglich, sodass ich mich mit der Mittleren Reife begnügen musste.

Sie haben schon in jungen Jahren ihre Heimat Hamburg verlassen. Wie schwer ist ihnen das gefallen?

Natürlich gab es Tage, da habe ich meine Familie sehr vermisst. Aber wir sind in ständigem Kontakt und so bin ich früh selbstständig geworden.

Apropos Kontakt. Wann hat sich Schalke das erste Mal bei Ihnen gemeldet?

Was keiner weiß: Schon vor zwei Jahren hat mich der Verein kontaktiert. Damals wollte mich Trainer Norbert Elgert für seine A-Jugend haben. Ich habe mich aber entschieden, vorerst in Salzburg zu bleiben.

Dann kam vorvergangenen Sonntag der Anruf von Manuel Baum...

Dieser Tag war wirklich sehr aufregend. Mittags kam der Anruf und

abends war dann klar, dass ich wechseln wollte. Dazwischen mussten viele Dinge geregelt werden, da ich eigentlich schon von Salzburg an Barnsley ausgeliehen war Es wurden dann alle Formalitäten geklärt und so konnte ich am Montag den Medizin-Check auf Schalke machen.

Sie kommen in eine sehr verunsicherte Mannschaft, die seit 19 Spielen in Folge nicht mehr gewonnen hat.

Ich bin zuversichtlich, dass wir bald besser dastehen werden. Ehrlich gesagt habe ich nicht so viele Spiele meiner neuen Mannschaft gesehen, um genau beurteilen zu können, woran es lag, dass so lange nicht gewonnen wurde. Wir müssen den Blick nach vorne richten und uns auf die nächsten Spiele konzentrieren.

Sie sind der einzige gelernte Rechtsverteidiger im Kader. Ist das für Sie eine Belastung, weil viele Menschen denken, dass jetzt die Probleme auf der rechten Außenbahn beseitigt sind?

Nein, es ist eher Ansporn und Motivation, mit guten Leistungen auf dem Platz zu überzeugen. Mein Ziel ist es, auf so viele Einsätze wie möglich zu kommen.

Sind Sie eher der Kenny- oder der Rudy-Typ, was die Spielweise als Rechtsverteidiger betrifft?

Beides sind super Spieler, aber ich bin der Kilian. (lacht)

Sind die Rahmenbedingungen auf Schalke mit denen in Leipzig und Salzburg vergleichbar?

Auf jeden Fall. Die Trainingsbedingungen sind in allen drei Vereinen

optimal. Schalke hat eine coole Arena. Ich hoffe sehr, dass ich hier schon bald vor Zuschauern spielen kann. In reinen Fußball-Stadien macht es besonders viel Spaß zu spielen. Vor drei Wochen hatte ich mit dem FC Barnsley ein Pokalspiel gegen Chelsea an der Stamford Bridge. Das war ein tolles Erlebnis.

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