Schalkes neuer Trainer Manuel Baum baut um

Schalke 04

Er steht am Samstagabend (18.30 Uhr, Sky) unter besonderer Beobachtung: Manuel Baum gibt sein Debüt auf der Schalker Trainerbank im Auswärtsspiel bei RB Leipzig.

Gelsenkirchen

, 02.10.2020, 16:58 Uhr / Lesedauer: 2 min
Sebastian Rudy (l.) kehrt gegen Leipzig ins Mittelfeld zurück.

Sebastian Rudy (l.) kehrt gegen Leipzig ins Mittelfeld zurück. © dpa

Alles andere als eine Schalker Niederlage wäre eine faustdicke Überraschung, nachdem sich die Königsblauen zuletzt in bemitleidenswerter Verfassung präsentierten und ihre Negativserie auf nunmehr 18 Bundesligapartien in Folge ohne Sieg ausbauten.

Doch Baum ficht das nicht an. „Ich fahre mit einem sehr guten Gefühl nach Leipzig. Und das ist nicht gespielt, sondern das sage ich aus voller Überzeugung“, so der 41-Jährige, der seit Mittwoch das Kommando übernommen hat. Dass er Schalke in seiner Funktion als Sky-Experte vor zwei Wochen nur Rang 15 in der Bundesliga-Abschlusstabelle zutraute, kommentierte Baum gestern sympathisch-selbstironisch: „Der Baum kann nicht tippen“.

Im Vorjahr 3:1 in Leipzig gewonnen

Solche Fähigkeiten sind auf Schalke zurzeit auch nicht unbedingt gefragt. Vielmehr wird vom neuen Trainer mehr erhofft als erwartet, dass er die Schalker Mannschaft wieder auf Vordermann. Ein Erfolgserlebnis ist so schnell wie möglich nötig, um die angeknackste Psyche einer völlig verunsicherten Mannschaft wenigstens ein bisschen zu stabilisieren.

Auch Schalkes Fans sehnen ein Ende der Horrorserie herbei. Wehmütig erinnern sie sich an den letzten Auftritt ihrer Mannschaft in Leipzig zurück, wo die Königsblauen den damaligen Tabellenführer mit 3:1 düpierten und eine der besten Saisonleistungen zeigten. Vergleicht man diesen Auftritt am 28. September 2019 mit den aktuellen Darbietungen der Schalker Mannschaft, wird der Leistungsabfall offenkundig.

Rudy rückt ins Mittelfeld

Um den Negativtrend zu stoppen, wird Baum erste Umbaumaßnahmen im Kader vornehmen. Als Rechtsverteidiger wird Sebastian Rudy unter Baum nicht auflaufen. Er lobte den 30-Jährigen als „hervorragenden Mittelfeldspieler für das Zentrum“. Deshalb dürfte Alessandro Schöpf sich als rechter Verteidiger versuchen.

Auch in der Innenverteidigung wird Baum Veränderungen vornehmen. Einmal gezwungenermaßen, weil Ozan Kabak gesperrt ist. Salif Sané wurde vom neuen Schalker Trainer in den höchsten Tönen. Der Senegalese steht nach langer Verletzungspause vor seinem Startelf-Comeback. Neben ihm dürfte in der Innenverteidigung Matija Nastasic zum Zug kommen, nachdem Benjamin Stambouli gegen Bremen restlos enttäuschte.

Fährmann bleibt im Tor

Im Tor wird Ralf Fährmann stehen, der zwar mit dem ausgeliehenen Fredrik Rönnow einen neuen Konkurrenten bekommen hat, aber noch das Vertrauen genießt. Alles andere hätte auch keinen Sinn gemacht und sofort neue Unruhe provoziert.

Gelingt Schalke, das wegen des Todes des früheren Meisterspielers Heiner Kördell mit Trauerflor auflaufen wird, ausgerechnet am 3. Oktober die sportliche Wende? Baum will das nicht nur am Ergebnis festmachen. Er setzt auf eine Strategie der kleinen Schritte. Die im Training verteilten Aufgaben sollen auf dem Platz umgesetzt werden.

Parallel laufen Bemühungen, bis zur Schließung des Transferfensters (5. Oktober) den Kader zu verändern. Auf der Bank hat Baum bereits Verstärkung erhalten. Neben Naldo wird in Leipzig auch U17-Trainer Onur Cinel als weiterer Assistent dabei sein.

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