Die dreimonatige Auszeit von Clemens Tönnies als Schalker Aufsichtsratsmitglied ist am Dienstag abgelaufen. Ob der 63-Jährige das Spiel gegen Düsseldorf auf der Tribüne verfolgt, ist offen.

Gelsenkirchen

, 05.11.2019, 13:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn der FC Schalke 04 am Samstag Fortuna Düsseldorf empfängt, wird sich das Interesse vieler Zuschauer nicht nur auf das Geschehen auf dem grünen Rasen richten. Eine spannende Frage wird auch sein: Kommt er oder kommt er nicht?



Gemeint ist Clemens Tönnies, der nach rassistischen Äußerungen in einer Sitzung des Ehrenrates am 6. August als Strafe für drei Monate sein Amt ruhen ließ und seitdem kein Schalke-Spiel live im Stadion verfolgt hat. Auch öffentliche Auftritte mied der Schalke-Boss, so gut es ging. Eine Ausnahme machte er vor einigen Tagen bei der Verleihung des NRW-Landesordens an Manuel Neuer. Mit dem ehemaligen Schalke-Torwart ist Tönnies immer noch gut befreundet – auch, wenn Neuer seit inzwischen acht Jahren beim FC Bayern München spielt.




Beruflich sehr eingespannt


Wer Tönnies nur ein bisschen kennt, weiß nur zu gut, wie sehr ihn diese Auszeit geschmerzt haben dürfte. Dass in dieses Zeitfenster auch die Heimspiele gegen Bayern München und Borussia Dortmund fielen, dürfte die Stimmungslage des Schalke-Bosses nicht gerade verbessert haben.


Schalkes Ehrenpräsident Gerd Rehberg stärkt Clemens Tönnies den Rücken

Stärkt Clemens Tönnies den Rücken: Schalkes Ehrenpräsident Gerd Rehberg. © NBM


Ob der 63-Jährige am Samstag erstmals wieder auf der Tribüne der Veltins-Arena Platz nehmen wird, ließ Tönnies am Nachfrage dieser Zeitung offen: „Ich bin zurzeit beruflich sehr eingespannt und kann es noch nicht mit Bestimmtheit sagen“.


„Clemens ist kein Rassist“



Schalkes Ehrenpräsident Gerd Rehberg, der den Unternehmer seit Jahrzehnten kennt, stärkte ihm den Rücken. „Clemens ist kein Rassist. Er hat sich bei seinen Aussagen vergaloppiert und sich entschuldigt. Damit sollte es jetzt gut sein“, betonte Rehberg, der auf Schalke so etwas wie eine moralische Autorität darstellt.



Der 83-Jährige führt zwei Beispiele an, die Tönnies in ganz anderem Licht erscheinen lassen. „Ich habe Clemens vor längerer Zeit mal um Spenden für Kenia und Tansania gebeten. Da brauchte ich nur wenige Sätze zu sagen und er hat in beiden Fällen sehr großzügig reagiert“, erzählt Rehberg, der sich bei diesem Thema mehr Sachlichkeit wünscht und auch an die eigenen Fans appelliert: „Es kann doch nicht sein, dass durch einige - zugegebenermaßen nicht tragbare - Äußerungen alle Verdienste von Clemens Tönnies nicht nur um Schalke 04, sondern auch in anderen Bereichen, mit einem Schlag nichts mehr wert sein sollen“.