In einem Interview mit dem „Schalker Kreisel“ hat sich Marketing-Vorstand Alexander Jobst Gedanken über die Entwicklung des Vereins gemacht. Er fordert mehr Mut und neue Ideen.

Gelsenkirchen

, 28.10.2019, 13:46 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Titelbild der neuesten Ausgabe des Schalker Kreisels zeigt einen grimmig dreinblickenden Marketing-Vorstand Alexander Jobst. Sein Gesichtsausdruck entspricht zwar nicht der aktuellen sportlichen Situation des FC Schalke 04, aber er korrespondiert mit der Rede, die der 46-Jährige im Sommer 2019 auf der Schalker Jahreshauptversammlung hielt.



Dort hatte Jobst keinen Hehl daraus gemacht, wie unzufrieden er mit der sportlichen Entwicklung war und wie sehr er sich Sorgen um die zukünftige Entwicklung des Vereins machte. Während Schalke-Boss Clemens Tönnies Platz 14 in der Bundesliga eher als kurzzeitigen „Betriebsunfall“ interpretierte, läuteten beim Marketing-Vorstand die Alarmglocken.


„Geld schießt Tore“



Dieser Tenor wiederholt sich jetzt teilweise im besagten Interview. Besonders interessant ist dabei, dass Jobst ein eindeutiges Bekenntnis zur Rechtsform des eingetragenen Vereins vermeidet. Auf die Frage, ob ein eingetragener Verein mithalten kann im großen Spiel der Kapitalgesellschaften, antwortete Jobst unter anderem: „Weiterhin erfolgreich kann dieser Verein mit seiner Größe in seiner bestehenden Rechtsform auf Dauer ausschließlich mit der Teilnahme am internationalen Geschäft sein. Bleibt das aus, können wir im Gesamtumsatz ohne große Transfererlöse nicht wachsen. Und wir benötigen wiederum sportliche Qualität, um international ambitioniert zu bleiben - Mentalität allein reicht nicht. So banal es klingt: Geld schießt Tore“.



Sollte das internationale Geschäft längerfristig nicht erreicht werden, bleiben für Jobst nur zwei Möglichkeiten: Entweder die Ansprüche zu verändern, das bedeutet für ihn mit Platz zehn bis zwölf zufrieden zu sein. Damit könne ein klares Bekenntnis zur Rechtsform als eingetragener Verein abgegeben werden. Oder eben einen Weg zu suchen, damit Schalke weiterhin ein großer, sportlich ambitionierter Klub bleibt.




„Stillstand ist kein Erfolg“


Welchen Weg der ehrgeizige Hesse bei ausbleibendem sportlichen Erfolg bevorzugen würde, darüber gibt es wohl keine zwei Meinungen. Schon Stillstand ist für Jobst kein Erfolg, sondern eine Niederlage, wie er im Kreisel-Interview offen einräumt.



Als positives Beispiel führt der 46-Jährige den E-Sport an, wo Schalke 04 mit der Gründung einer eigenen GmbH die Voraussetzungen schaffe, potenzielle strategische Partner und Investoren aufnehmen zu können.


„Nicht mehr leisten“


Solche Gedankenspiele eines wichtigen Schalker Entscheidungsträgers machen deutlich, wie sehr die Königsblauen in dieser Spielzeit sportlichen Erfolg benötigen, um „gegen deutlich mehr ambitionierte Konkurrenten“ (O-Ton-Jobst) bestehen zu können. Auch dies sagt der Marketing-Vorstand im besagten Interview noch einmal ganz deutlich: „Aber eins ist klar: Eine solche Saison wie die vorige dürfen wir uns nicht mehr leisten“.

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