Schalker Fan-Club-Verband gegen Teilzulassung: „Alle oder keiner“

Schalke 04

Das DFL-Konzept, das Zuschauern wieder den Stadionbesuch ermöglichen soll, stößt auf Schalke nicht nur auf Gegenliebe. „Einheitlicher Beschluss wäre wünschenswert“. Kein Boykott-Aufruf.

Gelsenkirchen

, 26.07.2020, 16:41 Uhr / Lesedauer: 2 min
Geisterspiel in der Veltins-Arena: „Alle oder keiner!“

Geisterspiel in der Veltins-Arena: „Alle oder keiner!“ © dpa

Das Thema ist so sensibel, dass der FC Schalke 04 – völlig nachvollziehbar – sich mit der Bekanntgabe eigener Pläne zumindest öffentlich bislang noch zurückgehalten hat. Aber natürlich wird auch auf Schalke hinter den Kulissen daran gearbeitet, wie das DFL-Konzept mit der Teilzulassung von Zuschauern vor Ort umgesetzt werden kann.

Limitierung erforderlich

Allerdings stößt das ehrgeizige Vorhaben der Deutschen Fußball-Bundesliga, Fußball-Fans trotz der Corona-Pandemie den Stadionbesuch zum Teil wieder zu ermöglichen, auf Schalke nicht nur auf Gegenliebe. In einem Facebook-Statement hat sich der Schalker Fan-Club-Verband gegen die wegen Corona erforderliche Zuschauer-Limitierung ausgesprochen. Motto: „Alle oder keiner!“

„Stadionbesuche erst dann wieder möglich machen, wenn alle ins Stadion dürfen. Und dies gilt natürlich nicht nur auf Schalke, wünschenswert wäre, wenn die DFL hier einen einheitlichen Beschluss fassen würde“, so schreibt der Verband.

In die Veltins-Arena mit ihrem Fassungsvermögen von 62.000 Zuschauern dürften nach bisherigen DFL-Plänen zwischen 17.000 und 25.000 Besucher, sollte das DFL-Konzept in die Tat umgesetzt werden können.

Keine echte Alternative

Diese Teilzulassung ist für den Schalker Fan-Club-Verband keine echte Alternative: „Die Frage, die sich jeder stellen muss, ist, ob die möglichen Szenarien des Hygienekonzepts tatsächlich ein Stadionerlebnis zulassen. Jedem sollte bewusst sein, dass ein Besuch in unserer Donnerhalle nur mit vielen Auflagen verbunden sein wird. Angefangen mit der Anreise, Personalisierung der Eintrittskarten, frühe Anreise wegen der Eingangskontrollen, Abstandsregeln. Wir sind der Meinung: Alle oder keiner!“

Als „Boykott“ will der Fan-Club-Verband seine Stellungnahme nicht verstanden wissen. Gleichwohl hat das Statement in den sozialen Medien schon zu zahlreichen Kommentaren geführt. Der Verband weiß, dass er damit ein „heißes Eisen“, das kontrovers diskutiert werden wird, angepackt hat. Denn: „Es gibt sicherlich tausend gute Gründe, die Teilzulassung zu befürworten, ebenso gibt es aber auch tausend gute Gründe, sie abzulehnen.

Ein heißes Eisen

Der Schalker Fan-Club-Verband, aufgeteilt in 23 Bezirke, ist immerhin Repräsentant und Sprachrohr der ca. 1.000 organisierten Schalker Fan-Clubs mit ihren insgesamt 60.000 Mitgliedern und damit eine bedeutende Interessenvertretung innerhalb der Schalker Vereinsfamilie.

Der Fan-Club-Verband äußert sich regelmäßig auch zu „politischen“ Themen im Verein. Das Verhältnis zur Chefetage des Klubs litt zuletzt besonders in der Phase, als Schalke in Fettnäpfchen wie den „Härtefall-Anträgen“ geradezu ein Vollbad nahm. Der Verband fragte daraufhin in einem öffentlichen Brief: „FC Schalke 04, verstehst Du uns noch?“

Schlagworte: