Schalke will weiterhin ohne Investoren seinen Kader verstärken

Schalke 04

Im Milliarden-Geschäft Bundesliga spielen Investoren immer mehr mit. Schalke lehnt das ab. Mit einem Verteidiger aus Bergamo und einem Mittelfeldspieler aus Liverpool wird verhandelt.

Gelsenkirchen

, 19.06.2019 / Lesedauer: 3 min
Schalke will weiterhin ohne Investoren seinen Kader verstärken

Gilt als Schalker Wunschkandidat für die linke Abwehrseite: Robin Gosens (r.). © dpa

Damit sind die Königsblauen mittlerweile in einer Minderheit im Fußball-Oberhaus. Von den Erstbundesligisten haben neben Schalke nur noch der SC Freiburg, Werder Bremen, Borussia Mönchengladbach und Mainz 05 keinen Investor mit im Boot. Doch Schalke will unter allen Umständen an seinem Weg festhalten, und der heißt, bei Investitionen mit Banken zusammenzuarbeiten und Projekte wie zuletzt die Modernisierung und den Ausbau des Berger Feldes über Anleihen und Kredite zu finanzieren.

Bei diesem Thema waren sich alle vier Aufsichtskandidaten, die sich am Montagabend in einer Diskussionsrunde auf Schalke TV vorstellten, grundsätzlich einig. Ihr Credo: Investoren passen nicht zu Schalke und seiner Fan-Kultur. Schalke als eingetragener Verein sei „identitätsstiftend für unsere Anhänger“, so Matthias Rüter, der ebenfalls für den Aufsichtsrat kandidiert. Die Königsblauen wollen „Herr im eigenen Haus“ bleiben. „Ich passe auf die Penunsen auf, denn ich bin ein Mann der Wirtschaft. Wenn wir Geld brauchen, gehen wir zur Bank“, stellte Clemens Tönnies unmissverständlich klar. Für den 63-Jährigen ist entscheidend, „dass wir unsere Rechnungen pünktlich bezahlen und uns weiterentwickeln“.

Halbe Milliarde in Steine gebaut

Trotz der schwachen Saison sei das Projekt Berger Feld durchfinanziert. „Wenn alle Arbeiten abgeschlossen sind, haben wir eine halbe Milliarde in Steine gebaut“, stellte Tönnies stolz fest.

Peter Lange, der viel Erfahrung im Aufsichtsrat mitbringt, könnte sich allenfalls vorstellen, „dass sich seriöse Investoren an der Finanzierung von Spielern beteiligen“. Ansonsten outete sich Lange jedoch als großer Fan der Schalker Rechtsform des eingetragenen Vereins.

Transferpoker um Gosens

Wie schwer es jedoch ist, nach einer enttäuschenden Spielzeit mit einem geringerem Finanzbudget gute Spieler zu bekommen, wird für Schalke in diesen Wochen besonders deutlich. Es vergeht zwar kaum ein Tag, an dem nicht neue Kicker mit den Königsblauen in Verbindung gebracht werden, doch deren Gehaltsvorstellungen und die geforderten Ablösesummen sind für die Blau-Weißen kaum zu stemmen.

Neuester Kandidat ist laut verschiedenen Medienberichten Linksverteidiger Robin Gosens von Atalanta Bergamo. Der 24-Jährige hat sich überraschend mit Bergamo für die Champions League qualifiziert. Gosens besitzt die deutsche und die niederländische Staatsbürgerschaft und wurde in Emmerich geboren.

Auch Camacho auf dem Zettel

Seine Verpflichtung würde Sinn machen, denn auf der Linksverteidigerposition haben die Königsblauen Bedarf, nachdem Hamza Mendyl restlos enttäuschte und wieder abgegeben werden soll. Sollte das klappen, stünde Schalke mit Bastian Oczipka nur ein etatmäßiger Linksverteidiger zur Verfügung. Gosens Vertrag in Bergamo läuft noch bis zum 30. Juni 2020. Doch noch ist kein Ende bei diesem Transferpoker in Sicht.

Das gilt auch für Rafael Camacho vom FC Liverpool, an dem laut „Kicker“ Schalke ebenfalls stark interessiert sein soll. Der 19-jährige Portugiese kann sowohl im Mittelfeld als auch auf den Flügeln spielen.

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