Schalke und der Pokal-Gegner: Komplizierter als Raketen-Physik?

Schalke 04

Noch immer steht nicht fest, gegen wen Schalke in der ersten Runde des DFB-Pokals antritt. Laut „kicker“ hat Türkgücü München Einspruch gegen die Einberufung eines Schiedsgerichts eingelegt.

Gelsenkirchen/München

, 15.10.2020, 13:13 Uhr / Lesedauer: 2 min
Türkgücü-Geschäftsführer Max Kothny, hier im Sitzungssaal des Landgerichts München I: Die Ermittlung des Schalker Pokalgegners bleibt kompliziert.

Türkgücü-Geschäftsführer Max Kothny, hier im Sitzungssaal des Landgerichts München I: Die Ermittlung des Schalker Pokalgegners bleibt kompliziert. © dpa

Als Jochen Schneider davon erfuhr, dass das Schalker Erstrunden-Pokalspiel gegen Schweinfurt nicht wie geplant am 13. September ausgetragen werden konnte, platzte dem sonst eher besonnenen Schalker Sportvorstand der Kragen: „Das ist doch keine Raketen-Physik!“ Diese in der „Bild“ an den dafür zuständigen Bayerischen Fußball-Verband gerichtete Kritik sollte bedeuten: So schwer kann das doch wohl nicht sein, eine auch juristisch haltbare Mannschaft für die erste Pokalrunde zu benennen.


Möglicherweise hat sich Schneider da geirrt: Denn es scheint fast so, als sei die juristisch abgesicherte Ermittlung des Schalker Erstrunden-Gegners noch komplizierter als Raketen-Physik...

Ist der Termin zu halten?



Denn wenn am Donnerstagabend der FC Bayern München und der FC Düren ihr Erstrunden-Spiel im DFB-Pokal absolvieren, ist die erste Runde damit nicht - so war es ursprünglich geplant - abgeschlossen. Das Schalker Spiel steht nämlich noch immer aus - und ein Gegner noch nicht fest. Ob der vom DFB mittlerweile neu festgelegte Spieltermin am 3. bzw. 4. November eingehalten werden kann, steht ebenfalls noch in den bayerischen Sternen.

Der Reihe nach, in Kurzfassung: Am Freitag vor dem ursprünglichen Spieltermin am 13. September hatte sich Türkgücü München mit einer vor dem Landgericht München I erwirkten einstweiligen Verfügung durchgesetzt - Schweinfurt 05, so hatte der Drittliga-Aufsteiger argumentiert, sei nicht der rechtmäßige Schalker Gegner. Der DFB als offizieller Pokal-Ausrichter sagte das Schalker Spiel gegen Schweinfurt darauf hin ab.

Fronten weiter verhärtet

Der Bayerische Fußball-Verband legte Einspruch gegen die einstweilige Verfügung ein. Das Gericht gab „den Fall“ dann quasi wieder an den Verband zurück. Der sollte nun erneut einen Verein benennen. Gar nicht so einfach, weil die Fronten verhärtet waren - auch weil sich Türkgücü und Schweinfurt untereinander nicht „grün“ sind. Schweinfurt soll laut Türkgücü-Geschäftsführer Max Kothny die Drittliga-Berechtigung von Türkgücü angezweifelt haben, u. a. ging es offensichtlich um die Stadionfrage.

Wie auch immer: Der Bayerische Fußball-Verband, der sich mit seinem Präsidenten Rainer Koch an der Spitze (der übrigens Jurist und Richter ist...) in dieser Angelegenheit wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert hat, hat laut „kicker“ nun ein Schiedsgericht angerufen, um die Kuh vom Eis zu kriegen. Ein Schiedsspruch würde demnach den Rechtsweg zu ordentlichen Gerichten ausschließen, sei also bindend. Doch auch dagegen hat Türkgücü laut „kicker“ nun geklagt.

Auslosung nicht möglich

Nach einer schnellen Einigung sieht das irgendwie alles nicht aus. Und das betrifft nicht nur Schalke, Schweinfurt und Türkgücü: Denn bevor nicht auch die letzte Erstrunden-Partie ausgetragen ist, kann die zweite Runde nicht ausgelost werden. Denn der Sieger wird entweder dem Profi- oder dem Amateurtopf zugeteilt. Ursprünglich war die Auslosung der zweiten Runde für den kommenden Sonntag geplant.

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