Schalke-Trainer Wagner hat die Qual der Wahl

Schalke 04

Alexander Nübel brauchte einige Zeit, bis er eine wesentliche Veränderung im Schalker Trainingsbetrieb feststellte.

Gelsenkirchen

, 12.09.2019, 18:07 Uhr / Lesedauer: 3 min
Schalke-Trainer Wagner hat die Qual der Wahl

Mark Uth (l.) brennt auf sein Comeback. © dpa

Es sind viel mehr Spieler in der Mannschaftskabine zu finden als bisher üblich. Bis auf Nabil Bentaleb, der in den Personalplanungen von Trainer David Wagner keine Rolle spielt, haben die Königsblauen zurzeit keine verletzten Spieler zu beklagen.



„Die Kabine ist gut gefüllt. Dieser positive Konkurrenzkampf wirkt belebend“, stellte Nübel mit Genugtuung fest. Als Torwart und Kapitän darf er sich sicher sein, dass sein Stammplatz aktuell nicht gefährdet ist, zumal am Sonntag bei der Rückkehr in seine Heimat ein ganz besonderes Spiel auf ihn wartet. Aber ansonsten hat Trainer David Wagner vor dem Auswärtsspiel beim Aufsteiger in allen Mannschaftsteilen die Qual der Wahl.


Kabak rechnet sich Einsatzchance aus



Abwehr: Da Wagner die Viererkette bevorzugt hat auf den Außenbahnen Bastian Ozipka (links) und Jonjoe Kenny (rechts) die besten Einsatzchancen. Juan Miranda soll zwar den Konkurrenzdruck auf Ozipka erhöhen, aber weil der junge Spanier erst seit Donnerstag regelmäßig mit seiner neuen Mannschaft trainiert, dürfte ein Einsatz in Paderborn zu früh kommen.

In der Innenverteidigung ist Ozan Kabak nach seinem gelungenen Debüt im Testspiel gegen Viktoria Köln eine neue personelle Alternative für den Schalker Coach. Bisher vertraute er dem Duo Matija Nastasic und Benjamin Stambouli beziehungsweise Nastasic und Salif Sané, der zuletzt allerdings im Training etwas kürzer treten durfte. Kabak fühlt sich jedenfalls so fit, schon in Paderborn in der Startelf aufzulaufen. „Ich habe keinerlei Probleme mehr“, versicherte der 19-Jährige nach der Partie gegen den Drittligisten. Mehrere Wochen war er wegen einer Sehnenreizung ausgefallen.


Serdar noch nicht im Rhythmus


Mittelfeld: In diesem Mannschaftsteil hat Wagner noch mehr Variationsmöglichkeiten. Entscheidet er sich wieder für eine Doppelsechs, dann haben Weston McKennie und Omar Mascarell gute Startelfchancen. Suat Serdar wäre auch eine Alternative, aber er scheint nach kleineren Verletzungen noch nicht seinen Wettkampfrhythmus gefunden zu haben.



Dafür könnte eine neue Dreierkette für mehr Impulse sorgen, die nur auf einer Position unverändert bleiben könnte. Da wäre die rechte Außenbahn mit Daniel Caligiuri. Auf die linke Außenbahn könnte Amine Harit rücken, während im Zentrum Mark Uth auf seinen Einsatz brennt.


Uth hinterlässt starken Eindruck


Der 28-Jährige hinterließ gegen Viktoria Köln einen starken Eindruck. Dass Wagner ihn zuletzt im Interview mit dieser Zeitung über den grünen Klee lobte, könnte ein Indiz dafür sein, dass der Nationalspieler nach langer Pause sein Bundesliga-Comeback in Paderborn feiert.



Uth kann es kaum erwartten. Nach dem Köln-Spiel sagte er: „Ich brenne darauf, will unbedingt auf dem Platz stehen. Nach der langen Pause habe ich einfach Bock, wieder Fußball zu spielen.“


Muss Raman auf die Bank?


Ein Opfer des verschärften Konkurrenzkampfes könnte Benito Raman sein. Nach seiner starken Rückrunde bei Fortuna Düsseldorf, in der er sieben Treffer erzielte und vier weitere vorbereitete, wartet der neue belgische Nationalspieler bei den Königsblauen noch auf den Durchbruch. Zwar stand er in allen drei Liga-Spielen von Beginn an auf dem Rasen, aber er blieb bei seinen Einsätzen weitgehend ohne Wirkung. In Erinnerung geblieben ist von seinen Einsätzen bisher nur sein spektakulärer Fehlschuss beim Bundesligastart in Mönchengladbach.



Auf der Außenbahn hätte Wagner auch noch Rabbi Matondo in der Hinterhand, der gegen Köln eine Halbzeit lang spielte. Doch in Paderborn dürfte es für den Waliser höchstens zu einem Kurzeinsatz reichen. Er ist zwar wieder im Trainingsbetrieb, aber wegen seiner Risswunde am Spann konnte er vier Wochen überhaupt nicht trainieren.



Angriff: Guido Burgstaller scheint bei Wagner gesetzt, der den 30-Jährigen zuletzt als „Mentalitätsmonster“ lobte. Zwar hat der junge Ahmed Kutucu in den vergangenen Wochen eifrig Pluspunkte gesammelt, doch der Schalker Coach setzte bisher stets auf ein 4-2-3-1. Bleibt dies auch so in Paderborn, müsste Kutucu wohl wieder erst einmal auf der Ersatzbank Platz nehmen. Das gilt noch mehr für Steven Skrzybski und Fabian Reese, die momentan von Bundesligaeinsätzen weit entfernt scheinen.

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