Schalke-Trainer Manuel Baum: „Wir sind sehr enttäuscht und sauer“

Schalke 04

Die nächste Enttäuschung für Schalke 04: Beim 0:2 gegen den VfL Wolfsburg präsentierten sich die Königsblauen vor allem in der ersten halben Stunde in desolater Verfassung.

Gelsenkirchen

, 21.11.2020, 19:08 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Anfang vom Ende: Schalke gerät mit 0:1 gegen Wolfsburg in Rückstand.

Der Anfang vom Ende: Schalke gerät mit 0:1 gegen Wolfsburg in Rückstand. © dpa

So langsam kann Schalke-Fans Angst und Bange werden: Auch gegen den VfL Wolfsburg ging die schwarze Serie der Königsblauen weiter. Nach der 0:2 (0:2)-Heimniederlage gegen den VfL ist Schalke nun seit insgesamt 24 Bundesliga-Spielen hintereinander sieglos.

Trainer Manuel Baum: „Wir sind sehr enttäuscht und sauer, vor allem über den Auftritt in den ersten 30 Minuten. Danach haben wir auf eine Viererkette umgestellt, aber es wurde auch nur etwas besser“.

Ohne Kabak und Sané

Dabei waren die Vorzeichen gar nicht schlecht: Schalke war in den letzten drei Pflichtspielen ungeschlagen geblieben, hatte in Mainz zweimal einen Rückstand aufgeholt und durfte sich auf das Comeback des lange verletzten Nationalspielers Suat Serdar freuen. „Wir leben wieder“, hatte Co-Trainer Naldo freudig orakelt.

Doch schon nach vier Minuten waren alle Lebenszeichen wieder tiefen Depressionen gewichen. Nach einer Wolfsburger Ecke ließ Malick Thiaw den Wolfsburger Mittelstürmer Wout Weghorst aus den Augen, der erzielte per Kopf das 1:0 für die Gäste. Thiaw war genauso überraschend in die Startelf gerückt wie Benjamin Stambouli - Salif Sané fehlte verletzt, Ozan Kabak saß nur auf der Bank.

Rönnow mit starken Paraden

Von dort musste er gemeinsam mit den anderen Ersatzspielern und Trainer Manuel Baum ansehen, dass sich die totale Hilflosigkeit schnell wieder ins Schalker Spiiel eingeschlichen hatte. Wolfsburg, ungeschlagen in die Arena gekommen, war in allen Belangen überlegen. Wacher, aufmerksamer, galliger, spielstärker, kombinationssicherer - einfach besser, um es auf den Punkt zu bringen. Schalke taumelte von einer Verlegenheit in die andere - dass das längst fällige 2:0 für Wolfsburg erst in der 24. Minute fiel (Torschütze: Xaver Schlager), war ausschließlich Schalkes Torhüter Frederik Rönnow, der wie erwartet den Vorzug vor Ralf Fährmann erhielt, und einer gewissen Wolfsburger Lässigkeit beim Torabschuss zu verdanken.

Schalke taute erst danach etwas auf. Von Amine Harits Darbietung hatte Baum genug gesehen, er wechselte den Mittelfeldspieler nach 38 Minuten aus. Der für ihn eingewechselte Benito Raman (45.) und kurz vorher Goncalo Paciencia (40.) hatten dann immerhin noch zwei Chancen, die sie aber mehr oder weniger inkonsequent vergaben.

Nächste Gegner Gladbach und Leverkusen

Mit etwas mehr Schwung als zu Beginn des Spiels kam Schalke - Baum hatte mit Skrzybski für Stambouli einen zusätzlichen Offensivspieler gebracht - aus der Halbzeitpause: Ein Kopfball von Paciencia nach Raman-Flanke ging knapp neben das Tor und machte Hoffnung, Schalke würde nun alles raushauen, um doch noch mindestens einen Punkt zu holen. Aber so nach und nach übernahm Wolfsburg dann wieder das Kommando und Schalke lief nur noch hinterher. Hätte Ronnow bei einer Weghorst-Chance nicht famos reagiert, wäre der Drops schon nach 63 Minuten gelutscht gewesen.

So durfte Schalke noch immer auf die Wende hoffen. Der stand in der 67. Minute Wolfsburgs Torhüter Koen Casteels im Weg, der einen Schuss von Pacienia aus kurzer Distanz parierte. Wolfsburg war nun nicht mehr so konsequent und konzentriert, aber immer noch souverän genug, um nichts mehr anbrennen zu lassen. Das Bemühen, noch irgendetwas zu bewegen, konnte man Schalke sicher nicht absprechen, aber rein von der Qualität her reichte es einfach nicht.

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Die nächsten Schalker Gegner heißen Mönchengladbach und Leverkusen. Einziger Hoffnungsschimmer für Schalke: Gegen Gladbach gelang der bislang letzte Bundesliga-Sieg - im Januar.

Baum wurde bereits gefragt, ob er überhaupt noch Hoffnung habe, Schalke retten zu können. Seine Antwort: „Hundertprozentig“. Was soll er auch in dieser prekären Situation anderes sagen?

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