Rund um das „Aus“ von Finanzvorstand Peter Peters ist der FC Schalke 04 zum Spielball der Informations-Spekulanten geworden. Der Verein sollte daher Fakten schaffen und sagen, was Sache ist.

von Norbert Neubaum

Gelsenkirchen

, 08.06.2020, 07:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Da verstanden die Königsblauen keinen Spaß: Wer als Dauerkarten-Besitzer von Schalke das Geld für die wegen der Corona-Krise nicht besuchbaren Spiele zurück haben wollte, sollte erklären, wofür er das Geld denn so dringend benötige. Ausgerechnet der Kumpel- und Malocher-Klub; der sich dafür mittlerweile entschuldigt hat, verlangte also von seinen treuen Fans, auf gut deutsch gesagt die Hosen runter zu lassen.

Gerüchte ohne Grenzen

Diese „Härtefall-Regelung“ könnte Schalke eher auf sich anwenden – und selbst die Hosen runter lassen. Spätestens seit dem Rücktritt von Finanzvorstand Peter Peters ist der Verein zum Spielball der abenteuerlichsten Spekulationen geworden, die gerade im Netz kein Limit kennen und mit denen die Schalker Vereinsfamilie nun konfrontiert werden wird.

Diese Meldungs-Flut ist eine Mischung aus Untergangs-Szenarien und viel Häme – Schalkes Chefetage sollte das nicht länger zulassen, endlich Fakten schaffen und erklären, wie es um die wirtschaftliche Situation des FC Schalke 04 tatsächlich bestellt ist. Die aktuelle Gemengelage ist eines Traditionsvereins wie Schalke nicht würdig und lässt die Herzen derjenigen bluten, die an diesem Verein hängen. Die über 160 000 Klub-Mitglieder haben darüber hinaus ein Recht darauf zu erfahren, welche ihrer Sorgen berechtigt und welche unberechtigt sind.

Überblick verloren?

Schalke muss nicht auf jeden Gerüchte-Zug aufspringen und alles kommentieren. Aber mindestens zwei Theorien ließen sich durch eine präzisere Informationspolitik vielleicht entkräften: Erstens, dass die Lage viel schlimmer ist als bislang vermutet. Und zweitens, dass die S04-Führung mittlerweile selbst den Überblick verloren hat. Beides wäre verheerend.

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