Schalke 04 zwischen Mut und Wut

Schalke 04

Beim 2:2 (2:1) in Mainz gelingt Schalke 04 nicht der erhoffte Befreiungsschlag. Dazu tragen auch umstrittene Schiedsrichter-Entscheidungen bei.

Gelsenkirchen

, 08.11.2020, 17:45 Uhr / Lesedauer: 2 min
90 Minuten unter Hochspannung: Schalke-Trainer Manuel Baum.

90 Minuten unter Hochspannung: Schalke-Trainer Manuel Baum. © dpa

De Schalker Stimmungslage nach dem Unentschieden in Mainz schwankte zwischen Mut und Wut. Mut machte die Leistung für die kommenden Aufgaben. Wut herrschte im königsblauen Lager über so manche Entscheidung von Schiedsrichter Patrick Ittrich und seinen Assistenten.

Doch weil im Fußball nun einmal das reine Ergebnis zählt, bleibt für Schalke 04 erst einmal nur die Erkenntnis, dass dieses 2:2 die Elf von Trainer Baum nicht weiter bringt. Wegen der Länderspielpause gehen bis zum nächsten Bundesliga-Spieltag nun zwei Wochen ins Land, in denen die Spieler womöglich Tag für Tag von den 23 Schalker Bundesligapartien in Folge ohne Sieg lesen können. Nur Tasmania Berlin war in der Saison 1965/66 noch länger erfolglos gewesen (31 Bundesliga-Spiele ohne Sieg) als Schalke.

Baum gegen „Opferrolle“

Da hilft es nur bedingt für das eigene Selbstvertrauen, dass Mascarell und Co. in Mainz in vielen Bereichen ihre beste Saisonleistung boten. Wann hat es das zuletzt gegeben, dass Schalke mehr als einen Treffer in einem Bundesligaspiel erzielte, zweimal einen Rückstand ausglich und 21 Torschüsse abgab?

Die Schalke-Journalisten rieben sich verwundert die Augen, dass sogar Spielzüge zu sehen waren, die einstudiert wirkten. Dass Mark Uth (36.) ein herrliches Freistoß-Tor zum zwischenzeitlichen 1:1 gelang und er auf der Schalker Homepage hinterher doch tatsächlich verriet, „dass er mindestens zweimal pro Woche Freistöße übt“.

Jochen Schneider stinksauer

Man kam aus dem Staunen gar nicht mehr heraus, dass Schalke dennoch das Kunststück fertig brachte, gegen den Tabellenletzten, der auch so spielte, nur ein Unentschieden zu erreichen. Den Schuldigen hatten die Königsblauen schnell ausgemacht: Schiedsrichter Patrick Ittrich, der für die Gastgeber zwei Elfmeter pfiff, wobei zumindest der zweite Strafstoß sehr umstritten war.

Der sonst so besonnene Sportvorstand Jochen Schneider schäumte jedenfalls. Vor allem den zweiten Elfmeter hielt Schneider für mehr als fragwürdig, weil Jean-Philippe Mateta im Laufduell mit Ozan Kabak zunächst seine Hand in dessen Gesicht ausstreckte. „Wir fühlen uns benachteiligt. Schlecht behandelt! Es reicht irgendwann!“, so der 50-Jährige und schob hinterher: „Ich weiß nicht, was in Köln in diesem Moment los ist. Das wird kurz gecheckt, ist dann ein Elfmeter. Wahnsinn! Letzte Woche gegen Stuttgart das Handspiel wird gar nicht oder binnen vier Sekunden gecheckt.“

„Wir schaffen das“

Auch Trainer Baum ärgerte sich: „Grundsätzlich haben wir einen Riesen-Respekt vor den Schiedsrichtern. Den zweiten Elfmeter darfst du aber nicht geben. Das geht nicht! Wenn da ein Video-Assistent nicht einschreitet oder dass man das nicht sieht ... ungeheuerlich.“

Das späte Eigentor von Jeremiah St. Juste (82.) rettete den Königsblauen wenigstens das Remis, die Mainzer errangen den ersten Saisonpunkt, weil die Strafstöße von Daniel Brosinski (6.) und Mateta (45.+2) verwandelt wurden.

Aber Baum formulierte auch einen Satz, den sich seine Spieler zu Herzen nehmen sollten: „Wir dürfen uns nicht in der Opferrolle verlieren“, so der Schalker Trainer. Denn bei aller teils berechtigten Kritik an den Unparteiischen musste ein so erfahrener Spieler Matija Nastasic beim ersten Elfmeter nicht so ungestüm im eigenen Strafraum zur Sache gehen.

Turbulente 90 Minuten

Auch das gehört zur Wahrheit von turbulenten 90 Minuten, die hinterher die Frage aufkommen ließen: Gegen wen will Schalke in der Bundesliga eigentlich gewinnen, wenn dies noch nicht einmal gegen solch biedere Mainzer gelingt? Die nächsten Schalker Gegner heißen übrigens Wolfsburg, Mönchengladbach und Leverkusen.

Wovor Omar Mascarell offenbar keine Angst hat. Der Spanier twitterte voller Überzeugung: „Wir schaffen das!“ Der S04-Kapitän im Einklang mit der Kanzlerin...

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