Schalke 04 sehnt „grünes Licht“ von der Politik herbei

Schalke 04

Am Mittwoch gilt es: Natürlich wartet auch Schalke 04 sehnsüchtig auf das „grüne Licht“ aus der Politik, damit der Spielbetrieb in der Bundesliga in Form von Geisterspielen fortgesetzt wird.

Gelsenkirchen

, 05.05.2020, 18:05 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der ehemalige Schalker-Spieler Marco van Hoogdalem macht sich Sorgen um seinen früheren Klub.

Der ehemalige Schalker-Spieler Marco van Hoogdalem macht sich Sorgen um seinen früheren Klub. © dpa

Die Ministerpräsidenten und Kanzlerin Angela Merkel entscheiden über weitere Lockerungen in der Corona-Krise, die auch die Bundesliga betreffen sollen. Im Gespräch ist, dass am 15. Mai der Spielbetrieb fortgesetzt werden soll.


Denn Schalkes finanzielle Probleme werden mit jedem Tag größer, je länger nicht gespielt werden kann. Die Zahlung der Fernsehraten sind für den Traditionsklub wohl schon existenziell. Mit Kurzarbeit vieler Mitarbeiter und Gehaltsverzicht der Profis hat Schalke schon erste einschneidende Maßnahmen getroffen. Doch weitere werden in den nächsten Wochen und Monaten wohl folgen müssen, damit die finanzielle Schieflage die Handlungsfähigkeit des Bundesligisten nicht noch weiter einschränkt.

Van Hoogdalem sorgt sich um Königsblau



Deshalb machen sich viele Schalker Fans längst große Sorgen um ihren Klub. Und auch langjährige Spieler bereitet die aktuelle Situation Kopfzerbrechen. Wie zum Beispiel Marco van Hoogdalem, der gegenüber der dpa erklärte: „Eine Bundesliga ohne Schalke ist unvorstellbar. Es scheint so zu sein, dass ein Saisonabbruch Schalke finanziell besonders hart treffen würde. Aber eines kann ich sagen: Auch für diesen Fall muss es für S04 eine Lösung geben. Schalke 04 ist so ein großer Verein, der so viele Menschen berührt, der geht nicht verloren. Das hoffe und glaube ich“.



Sollte es mit dem 15. Mai als Fortsetzung des Spielbetriebs klappen, hat Schalke nicht mehr viel Zeit, um durch „normale“ Trainingseinheiten Form und Fitness zu schulen. Bisher durfte nur in Kleingruppen trainiert werden. Ein Umstand, den Weston McKennie auf der Vereinshomepage so langsam auf den Geist geht. „Ich vermisse die Zweikämpfe in einem klassischen Trainingsspiel. Vier gegen vier oder sieben gegen sieben, da geht es sonst immer heiß her. Einfach mal wieder um den Ball fighten, eine Grätsche ansetzen, das fehlt mir schon sehr“.

Hotel Courtyard würde sich anbieten



Eine Auflage des Hygiene-Konzepts der Deutschen Fußball-Liga ist die Herstellung einer Quarantäne-Situation in Form eines Trainingslagers. Für Schalke würde sich das Hotel Courtyard (4 Sterne) auf dem Vereinsgelände anbieten. Die Mannschaft hätte dort nicht nur kurze Wege zu den Trainingsplätzen, sondern auch zwei Etagen, ein Treppenhaus und zwei Fahrstühle für sich.

Damit wäre das Infektionsrisiko ein Stück weit minimiert. Denn in den nächsten Wochen hängt auch viel von der Selbstdisziplin jedes einzelnen Spielers ab. Der bizarre Video-Auftritt von Hertha-Spieler Salomon Kalou hat dem Profifußball schon enorm geschadet. Weitere Fehltritte dieser Art wären eine große Gefahr für den weiteren Saisonverlauf.


Schneider hat viel Arbeit vor der Brust


Die Rückkehr zur Normalität würde auch Jochen Schneider seine Arbeit etwas erleichtern. Denn der Schalker Sportvorstand muss einen Berg von ungeklärten Personalfrage aufarbeiten. Das betrifft Spieler mit auslaufenden Verträgen (zum Beispiel Daniel Caligiuri oder Benjamin Stambouli) ebenso wie die große Anzahl von Leihspielern, deren Zukunft ungewiss ist.

Schneider wird auch nicht darum herumkommen, aus finanziellen Gründen den Kader zu verkleinern. Wie und ob ihm das gelingt, wird spannend zu beobachten sein. Aber am Mittwoch heißt es jetzt erst einmal, wieder etwas mehr sicheren Boden unter die Füße zu bekommen.

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