Zweieinhalb Wochen Vorbereitung haben gereicht, um alle Schalker Optimisten auf den Boden der Tatsachen zu holen. Diese Mannschaft ist nicht einmal mehr Mittelmaß. Und das hat viele Gründe.

Gelsenkirchen

, 19.08.2020, 07:51 Uhr / Lesedauer: 1 min

Dem Kader fehlt es an Qualität und Ausgewogenheit: Schalke hat kaum noch sogenannte Unterschiedsspieler in seinen Reihen. Manche mögen sich dafür halten, doch sie überschätzen sich gnadenlos. Es fehlt an Führungsspielern, die auf dem Platz auch einmal lautstark eingreifen, wenn die Partie nicht den erwünschten Verlauf nimmt. Die jungen Spieler, die jetzt ihr erstes Profijahr absolvieren, brauchen noch Zeit. Andere sind lediglich Mitläufer oder haben ihren Leistungszenit längst überschritten. Das ist eine gefährliche Konstellation, die aufgrund der geringen finanziellen Mittel nicht von Heute auf Morgen beseitigt werden kann.

Dem Trainer fehlt es an Ausstrahlung und Dynamik an der Seitenlinie: David Wagner saß gegen Uerdingen 90 Minuten auf der Bank und schaute zu. Kommandos oder Hilfestellung für seine Spieler waren nicht zu sehen. Auch wenn es nur ein Testspiel war, solch ein Verhalten ist schwer nachvollziehbar. Dass auch das gesamte Trainer- und Funktionsteam größtenteils regungslos dem hilf- und ideenlosen Treiben der eigenen Mannschaft beiwohnte, lässt tief blicken. Wenn die Kommunikation fehlt, dann stimmt etwas nicht.

Natürlich darf man solche Freundschaftsspiele wie gegen Verl und Uerdingen nicht überbewerten. Aber es fehlt die Phantasie, warum sich diese Mannschaft bis zum ersten Pflichtspiel positiv entwickeln soll. Die Fehler der Vergangenheit rächen sich jetzt auf eine Art und Weise, die Schlimmes befürchten lässt: Schalke droht der nächste Absturz.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt