Schalke 04: Das Pokerspiel um Ralf Rangnick geht weiter

Schalke 04

Die erste Gesprächsrunde zwischen den Schalker Entscheidern und dem Management von Ralf Rangnick lässt die Fans hoffen, dass es mit der Verpflichtung ihres Wunschkandidaten klappen könnte.

Gelsenkirchen

, 18.03.2021, 19:23 Uhr / Lesedauer: 2 min
Um seine Zukunft wird kräftig spekuliert: Ralf Rangnick.

Um seine Zukunft wird kräftig spekuliert: Ralf Rangnick. © dpa

Kommt er oder kommt er nicht? Die Anhänger des FC Schalke 04 dürfen weiterhin hoffen, dass Ralf Rangnick ein drittes Mal nach 2004 und 2011 zu den Königsblauen zurückkehrt. Denn gestern gab es ein erstes intensives Gespräch zwischen Aufsichtsratschef Dr. Jens Buchta, seinem Stellvertreter Peter Lange und Finanzvorstand Christina Rühl-Hamers auf der einen Seite und Marc Kosicke als Berater von Ralf Rangnick auf der anderen Seite.

Was danach veröffentlicht wurde, dürfte viele Anhänger des FC Schalke 04 hoffnungsvoll stimmen. „Wir haben ein konstruktives Gespräch über ein mögliches Engagement von Ralf Rangnick beim FC Schalke 04 geführt. Dieses Gespräch war offen und vertrauensvoll“, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung von Jens Buchta und Peter Lange für den Schalker Aufsichtsrat sowie des Managements von Rangnick.

Treffen dauert mehrere Stunden

Die Unterredung dauerte mehrere Stunden. „Wir haben die Rahmenbedingungen für eine mögliche Zusammenarbeit ausführlich erörtert. Anschließend haben wir vereinbart, die Gespräche fortzusetzen“, kündigten beide Seiten an. Ermöglicht hatte die Kontaktaufnahme zu Rangnick die Gruppe „Tradition und Zukunft“, deren Mitglieder den Verlauf des Gesprächs gegenüber dieser Zeitung als „hoffnungsvolles Signal“ bewerteten.

Für Rangnick dürfte weniger das eigene Gehalt im Vordergrund stehen – er soll zu erheblichen Abstrichen bereit sein – als vielmehr sein Kompetenzbereich als Sportvorstand und der ihm zur Verfügung stehende Etat für die Zweite Bundesliga. Denn der ehrgeizige Rangnick will im Fall eines sehr wahrscheinlichen Schalker Abstiegs natürlich die sofortige Rückkehr in die Bundesliga anpeilen. Diese Perspektive muss für den 62-Jährigen gegeben sein, sonst würde das Projekt Schalke für ihn bei aller inneren Verbundenheit zu diesem Klub doch erheblich seinen Reiz und Bedeutung verlieren.

Etat für den Kader enorm wichtig

Rangnick soll ein Etat für die Zweite Bundesliga von 35 Millionen Euro vorschweben. Solch eine Größenordnung hatte auch der Hamburger SV in seinem ersten Zweitliga-Jahr.

Doch für Rangnick bleibt auch noch die Option in Sachen Nationalmannschaft, die sein Berater Marc Kosicke als „krönenden Abschluss“ von Rangnicks Karriere bezeichnet hatte. Sollte es zwischen dem Angebot des Aufsichtsrats und den Vorstellungen von Ralf Rangnick Differenzen geben, wäre die Schalker Gruppe „Tradition und Zukunft“ wohl bereit, diese auszugleichen.

Was Knäbel denkt

Würde es mit Rangnick zu einem positiven Abschluss kommen, hätte der zurzeit Gesamtverantwortliche für den Fußball, Peter Knäbel, keine Probleme damit, ins zweite Glied zu treten. „Ich habe Lust auf Klarheit“, sagte der 54-Jährige in einem Kicker-Interview. Er selbst könnte sich vorstellen, künftig als Sportvorstand zu agieren. „Ich erarbeite gerne Inhalte, Strukturen und Strategien“, sagte Knäbel. „Wichtig ist aber immer die Gesamtkonstellation aller handelnden Personen und welche Rolle man mir in diesem Konstrukt zutraut. Da bin ich überhaupt nicht eitel, auf Schalke gibt es schließlich genug zu tun, und der Verein muss immer im Zentrum stehen.“

Dass auch noch Fußball gespielt wird, gerät bei der Dauer-Diskussion um Rangnick in den Hintergrund. Dabei sollte Schalke bestrebt sein, den katastrophalen Gesamteindruck als Tabellenletzter in den restlichen neun Saisonpartien wenigstens ein bisschen zu verbessern. Im Heimspiel gegen Mönchengladbach (Sa. 18.30 Uhr, Sky) besteht dazu die nächste Chance.

Auch für Trainer Dimitrios Grammozis haben die Partien bis zum Saisonende einen hohen Stellenwert. Denn sollte seine Mannschaft weiter auf dem bedenklichen Niveau agieren wie zuletzt beim 0:5 in Wolfsburg, würde das seine Position nicht stärken. Zur Personalie Rangnick mochte sich Grammozis nicht äußern. Er hat mit seinen Spielern auch genug zu tun.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt