Wie geht es weiter in der Aufführung des Komödienstadels rund ums Erstrunden-Spiel der Königsblauen im Pokal? Außergerichtliche Einigung laut Türkgücü-Geschäftsführer Kothny ausgeschlossen.

Gelsenkirchen/München

, 13.09.2020, 18:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Maximilian Kothny hat ein aufregendes Wochenende hinter sich. Der erst 23 Jahre alte Geschäftsführer des Fußball-Drittligisten Türkgücü München nahm entweder an irgendwelchen Sitzungen teil oder beantwortete Presse-Anfragen. „Das Ganze hat nicht nur bundesweit für Aufsehen gesorgt. Von der Times bis zu einem Journalisten aus Taiwan war alles dabei“, so Kothny zu den Ruhr Nachrichten.

„Da war alles dabei“

„Das Ganze“ ist eine Pokal-Posse, die an eine Aufführung des bayerischen Volkstheaters Komödienstadel erinnert. In den Hauptrollen: Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) als Pokal-Ausrichter, der Bayerische Fußball-Verband (BFV), Türkgücü und Schweinfurt 05. In einer eher passiven Nebenrolle: Schalke 04.

Nachdem Türkgücü München am Freitag die Absetzung des Schalker Spiels gegen Schweinfurt 05 durch den DFB per einstweiliger Gerichtsverfügung erwirkt hat, fliegen die Giftpfeile in Form von Schuldzuweisungen hin und her. Der BFV beklagt sich, durch den späten Einspruch habe die nächste Instanz am Wochenende nicht mehr entscheiden können.

Warum der späte Einspruch?

Türkgücü habe laut Kothny allerdings immer an einen Einspruch gedacht und das Mitte Juli gegenüber dem Verband auch kundgetan. „Aber tatsächlich konnten wir ja erst Einspruch einlegen, als der BFV Schweinfurt dann offiziell für die erste Pokalrunde gemeldet hat. Das war am vergangenen Sonntag.“

Und wie geht die Pokal-Posse jetzt weiter? Der Bayerische Fußball-Verband könnte heute Widerspruch gegen die vorläufige Entscheidung des Landgerichts München I einlegen. Das wäre wohl auch im Sinne des FC Schweinfurt, der nach eigenen Angaben „total geschockt“ über die Absage war. Es geht schließlich auch um eine Einnahme in Höhe von ca. 140.000.

Schon mit Auszug gedroht

Eine außergerichtliche Einigung hält Kothny für ausgeschlossen, „auch weil Schweinfurt jetzt offenbar unsere Drittliga-Lizenz anzweifelt“. Zur Einschätzung: Türkgücü und der Rest der weißblauen Fußball-Republik sind sich nicht immer grün. Vorsitzender Hasan Kivran drohte sogar mit dem Auszug nach Nordrhein-Westfalen, als es um ein geeignetes Stadion ging. Aktuell spielt Türkgücü im Grünwalder Stadion und im alten Olympiastadion. Ob der Drittligist sein Heimrecht wie Schweinfurt auch an Schalke abtreten würde, steht noch nicht fest.

Und Schalke? Absolvierte Samstag ein internes Testspiel (mit dem Comeback von Omar Mascarell) und hatte Sonntag trainingsfrei. Derweil telefonierte Kothny mit S04-Sportvorstand Jochen Schneider: „Ich habe ihm erklärt, warum wir so handeln mussten. Für Türkgücü wäre es das erste Spiel in der Pokal-Hauptrunde überhaupt. Als Geschäftsführer des Vereins ist es meine Pflicht dafür zu sorgen, dass wir das bekommen, was uns unserer Auffassung nach zusteht.“

Telefonat mit Schneider

Schneider kritisiert weiter den BFV und muss abwarten. Sicher ist nur: Am Freitagabend spielt Schalke in München. Bei den Bayern. Bundesliga. Riecht irgendwie nicht nach Komödienstadel.

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