Pfiffe in der Arena: Schwerer Stand für Joel Matip

FC Schalke 04

Ein Moment, den wohl kein Spieler in der Bundesliga erleben möchte: Die eigenen Fans pfeifen ob der gebotenen Leistung. Genau das ist am Sonntag dem Schalker Innenverteidiger Joel Matip passiert. Nicht zum ersten Mal.

GELSENKIRCHEN

von Von Frank Leszinski und Matthias Heselmann

, 12.08.2013, 22:57 Uhr / Lesedauer: 2 min
Joel Matip (r.) hat einen schweren Stand bei den eigenen Fans. Foto: Karsten Rabas

Joel Matip (r.) hat einen schweren Stand bei den eigenen Fans. Foto: Karsten Rabas

„Ihr wollt doch immer Spieler, die auf Schalke ausgebildet werden und hier zum Profi reifen. Joel ist seit 2001 im Club und identifiziert sich total mit Schalke. Doch beim ersten Fehler wird er ausgepfiffen“, schimpfte Keller damals. Doch sein Appell ist offenbar nicht auf fruchtbaren Boden gefallen. Beim höchst unterhaltsamen, aber für Schalke ernüchternden 3:3 (2:2) gegen den Hamburger SV stand Matip wieder einmal im Zentrum der Kritik beim eigenen Publikum. Die Aktionen des Abwehrspielers, der vergangene Woche seinen 22. Geburtstag gefeiert hat, wurden des öfteren von Pfiffen begleitet.

„So etwas gehört sich nicht. Pfiffe gegen die eigenen Spieler sind für uns als Mannschaft nicht hilfreich. Hoffentlich denken die Fans um“, sagte Neuzugang Christian Clemens gestern zu den alten Reflexen des Schalker Publikums. Während der 90 Minuten machte sich immer wieder eine latente Unruhe auf den Rängen breit. ffenbar ist die Erwartungshaltung bei Teilen des Publikums so groß, dass Fehler von bestimmten Spielern nicht verziehen werden. Clemens wusste jedenfalls zu berichten, dass die älteren Spieler im Schalker Kader nach der Partie ermunternde Worte an Matip richteten.

Offenbar spielen dem Abwehrspieler zurzeit auch seine Nerven einen Streich. Kommt er schlecht in ein Spiel und findet nicht seinen Rhythmus, wird Matip schnell zum Sicherheitsrisiko. Das war schon so beim Pokalspiel gegen den FC Nöttingen – und setzte sich gegen den HSV fort, wo Matip mit seinem Handspiel im eigenen Strafraum das 1:1 einleitete. Horst Heldt verteidigte Matip: „Ich kann Joel keinen Vorwurf machen, weil er nicht mit der Hand zum Ball gegangen ist.“ Aber der Schalke-Manager fügte auch hinzu: „So eine Szene darf ihn nicht umwerfen. Das gehört zu seiner Weiterentwicklung.“

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