Olaf Thon: „Der Schalke-Fan will Charakter sehen“

Schalke 04

„Ist der FC Schalke 04 noch zu retten?“ Beim Live-Talk der Ruhr Nachrichten „Wir müssen reden“ diskutierten 04-Experten mit Moderator Sascha Staat über die Entwicklung der Königsblauen.

Gelsenkirchen

, 01.04.2021, 20:36 Uhr / Lesedauer: 2 min
Beim RN Talk war auch Schalke-Legende Olaf Thon dabei.

Beim RN Talk war auch Schalke-Legende Olaf Thon dabei. © RN-Foto Schütze

Bei aller Kritik, die von Schalke-Legende Olaf Thon, Kult-Moderator Ulli Potowski, Schalke-Reporter Norbert Neubaum und dem längjährigen Fan Cornelius Cantow an der Eintwicklung des Kult-Vereins geübt wurde, hatten die Diskutanten ihren Optimismus nicht verloren. Allgemeiner Tenor: Schalke ist zu retten, wenn der Verein sich einig präsentiert und die neue sportliche Leitung aus den Fehler der Vergangenheit lernt.

Schalke werde in der 2. Liga in der Lage sein, eine konkurrenzfähige Mannschaft zu stellen. Dabei seien die Ansprüche der meisten Fans gar nicht so sehr auf den direkten Wiederaufstieg gerichtet. Cornelius Cantow: „Für mich ist entscheidend, dass endlich wieder eine Entwicklung in der Mannschaft zu sehen ist. Momentan ist unsere Mannschaft kaputt. Aber wenn es gelingt, das Team neu zu formieren mit Spielern, die den Verein leben, dann werden die Fans auch die notwendige Geduld beim Neuaufbau aufbringen“.

„Gewisse Großmannssucht“

Ulli Potowski plädierte dafür, dass auf der Mitgliederversammlung am 13. Juni eine ehrliche Bestandsaufnahme erfolgt, wo alles auf den Tisch kommen müsse. „Danach“, so Potowski, „muss der Blick nach vorn gerichtet werden“. Den wahrscheinlichen Abstieg führte der gebürtige Gelsenkirchener auf eine „gewisse Großmannsucht“ beim FC Schalke 04 zurück. Die Anspruchshaltung sei Jahr für Jahr zu hoch nur auf die Champions-League-Teilnahme ausgerichtet gewesen.

Olaf Thon vermisste schon seit längerer Zeit bei der Schalker Mannschaft die Tugenden, die den Verein immer ausgezeichnet haben. „Der Schalke-Fan will Charakter sehen. Der hat sehr gefehlt. Schon unter Trainer Domenico Tedesco war die Spielweise viel zu passiv, auch wenn in der ersten Saison die Vizemeisterschaft heraussprang“, betonte die Schalke-Legende.

Kritik an Heidel

Schalke-Experte Norbert Neubaum geht davon aus, dass Schalke in der 2. Liga eine gute Mannschaft auf die Beine stellen kann. Die finanziellen Voraussetzungen seien gegeben, denn alle wichtigen Sponsoren seien dem Verein treu geblieben. Das Grundproblem von Schalke 04 in den vergangenen Jahren sei gewesen, dass das eingenommene Geld nicht erfolgreich investiert worden sei. Dies habe eine negative Spirale in Gang gesetzt.

Dem früheren Schalke-Manager Christian Heidel warf Neubaum vor, gleich beim ersten Gegenwind Schalke verlassen zu haben. Der damalige Aufsichtsrats-Chef Clemens Tönnies habe dies ohne großen Widerstand zugelassen, obwohl Schalke damals in einer schwierigen Lage gewesen sei.

Thon wünscht sich, dass der Verein nun alle Kräfte bündelt. „Wir brauchen Ruhe ganz oben, sonst haben wir keine Chance.“ Ob sich dieser Wunsch erfüllt, wird sich bei der Mitgliederversammlung zeigen.

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Live-Talk: „Ist der FC Schalke 04 noch zu retten?“

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