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Norbert Elgert: „Gib alles - nur nie auf!“

Schalke 04

Schalkes erfolgreicher U19-Trainer spricht bei einer Veranstaltung in der Arena über sein Leben und seine Tätigkeit. Dabei erfahren die Zuhörer vieles, was man bisher noch nicht wusste.

Gelsenkirchen

, 31.05.2019 / Lesedauer: 3 min
Norbert Elgert: „Gib alles - nur nie auf!“

Rückblick auf ein erfolgreiches Leben: Norbert Elgert (l.) mit Moderator Jörg Seveneick. © Heselmann

Vielleicht wäre die Schalke-Saison anders verlaufen, wenn in der Mannschaftskabine dieser Spruch von Norbert Elgert zu gehangen hätte: „Profi bist du nicht mit einer Unterschrift, Profi bist du, weil du dir jeden Tag den Arsch aufreißt.“

Am Mittwochabend war der Schalker U19-Trainer in der Veltins-Arena Gast der Veranstaltungsreihe „90 Minuten – ein Abend unter Schalkern“. Elgert las aus seinem neuen Buch „Gib alles – nur nie auf! Die Erfolgsstrategien vom Trainer der Weltstars“ und hatte auch sonst jede Menge Anekdoten im Ärmel – die Besucher in der Arena-Loge „Tibulsky“ lernten an diesem Abend (der länger dauerte als 90 Minuten) den Erfolgstrainer von einer ganz neuen, anderen Seite kennen.

Aufwachsen an der Bergmannstraße: Toilette im Hausflur, Zinkbadewanne

Elgert, diesen Eindruck gewann man schnell, lebt sein Motto – er reißt sich jeden Tag den sprichwörtlichen Allerwertesten auf. Dieser Charakterzug mag in seiner Herkunft begründet liegen: Elgert erzählte von seiner Kindheit an der Bergmannstraße in Gelsenkirchen-Ückendorf („Toilette im Hausflur, Zinkbadewanne“) – und dass er schon damals gelernt habe, was es bedeutet, beharrlich zu sein: „Mit vier Jahren habe ich ein halbes Jahr lang immer an der Seitenlinie unseres Bolzplatzes gestanden – ich durfte nicht mitspielen, weil ich zu klein war. Aber irgendwann habe ich mich dann durchgesetzt.“



Zum ersten Mal berichtet Elgert in seinem Buch auch von seinem alkoholkranken Vater, von der Hilflosigkeit, wenn der Vater spät und betrunken nach Hause kam und Elgert Angst um seine Mutter hatte. „Dieses Gefühl der Hilflosigkeit kommt heute noch wieder hoch, wenn ich an der Seitenlinie stehe und nicht eingreifen kann.“ Doch auch daraus habe er gelernt: „Man darf niemals jemand anderen für seine Probleme verantwortlich machen“, so sein Credo.

Rudi Assauer holte Elgert als Trainer zu Schalke

Elgert ist seinen Weg gegangen, und er ist beharrlich geblieben: Als junger Profi bei Schalke 04 hätte eine Nierenerkrankung fast das Karriereende bedeutet, doch der Stürmer kämpfte sich wieder zurück.

Doch die wirklich großen Erfolge feierte er als Trainer: 1996 hatte Rudi Assauer ihn zu Schalke geholt und zum Trainer der U19 gemacht, mit der er mehrfach Deutscher Meister und Pokalsieger wurde.

Elgert und der Trainerberuf – das passt. „Ich konnte zwei Dinge immer schon gut: Fußballspielen und lehren“, sagt er. „Aber um Lehrer zu werden, hätte ich Abitur machen müssen – also blieb nur der Trainer.“

Ralf Fährmanns Tipp an seinen alten Trainer

Doch, so viel war an dem Abend zu erfahren: Elgert hat „seinen“ Jungs immer schon mehr beigebracht, als das bloße Gegen-den-Ball-Treten. „Ich versuche Vorbild zu sein. Für uns Trainer ist das ein ganz wichtiges Führungsprinzip. Es ist wichtig, dass du voran gehst. Du kannst nicht Wasser predigen und Schnaps trinken.“

Seine Jungs wissen das zu schätzen: Videoeinspieler mit Nassim Boujellab, Ahmed Kutucu, Weston McKennie, Thilo Kehrer und Ralf Fährmann machen klar, wie beeindruckt sie von „ihrem“ Trainer sind. Auf die Frage, was sie anders machen würden, wenn sie selbst einmal Trainer wären, fiel den meisten nichts ein. Mit Ausnahme von Ralf Fährmann: „Ich würde mir die Haare anders schneiden“, flachste der Torwart.

Doch das wird Elgert wohl nicht machen. „Meine Frau mag mich lieber mit langen Haaren“, schmunzelt er.

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