Matondo, die Chance und der Elfmeter: „Es sind halt junge Burschen“

Schalke 04

Weil Schalkes Stürmer nach einem Zweikampf mit Hinteregger nicht zu Boden ging und stattdessen die Option Torchance wählte, gab es nach der Schalker Niederlage in Frankfurt Diskussionen.

Frankfurt/Gelsenkirchen

von Frank Leszinski und Norbert Neubaum

, 18.06.2020, 07:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Gesprächsstoff: Ob auch Alexander Nübel, Kevin Trapp und Bastian Oczipka (v.l.) nach dem Spiel über Rabbi Matondos „Standhaftigkeit“ diskutieren?

Gesprächsstoff: Ob auch Alexander Nübel, Kevin Trapp und Bastian Oczipka (v.l.) nach dem Spiel über Rabbi Matondos „Standhaftigkeit“ diskutieren? © dpa

Das Wort „hätte“ ist an sich ja ziemlich überflüssig, auch und gerade im Fußball. Dafür wird es allerdings relativ oft benutzt, weil es halt Situationen beschreibt, die anders ausgingen, als sie dann tatsächlich ausgegangen sind. Auch nach der Schalker 1:2-Niederlage bei Eintracht Frankfurt gehörte die Vokabel „hätte“ zu den Dauerbrennern der Analysten.

Es ging um eine Szene in der 83. Spielminute: Schalke lag mit 1:2 zurück, spielte nach der Gelb-Roten Karte für Can Bozdogan darüber hinaus in Unterzahl. Trotzdem steckten die Königsblauen nicht auf und machten der Eintracht das Leben schwer. Rabbi Matondo hatte sogar noch eine große Chance, die er aber vergab. Das hätte allerdings auch anders ausgehen können.

Denn Eintracht-Verteidiger Martin Hinteregger hatte Matondo kurz vor dessen Torabschluss derart behindert, dass jedem Zuschauer gleich klar wurde, dass daraus auch ein Elfmeter hätte werden können - wenn Matondo sich hätte fallen lassen. Aber Matondo hielt sich wacker auf den Beinen, ging eben nicht zu Boden und wählte die Option Torabschluss. Es war mit Sicherheit die fairste Lösung, Aber war es auch die cleverste?

„Dann pfeift der Schiedsrichter“

Schalkes Ex-Trainer Mirko Slomka, Co-Kommentator der Live-Übertragung auf Amazon Prime Video, war da eher zwiegespalten: „Eigentlich wollen wir ja das gerade nicht, dass man sich da fallen lässt...“ Eigentlich. David Wagner, Schalkes aktueller Coach, hätte Matondo dafür zumindest wohl nicht ausgeschimpft: „Wenn Rabbi da auf Elfmeter geht, dann pfeift der Schiedsrichter mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit.“

Bastian Oczipka, wegen der vielen Ausfälle an alter Wirkungsstätte in Frankfurt Schalkes Kapitän, wollte den Stab nicht über den jungen Kollegen brechen: „Das sind halt alles junge Burschen bei uns...“ Rabbi Matondo ist 19 Jahre jung. Was in seiner Situation wohl ein erfahrener Profi gemacht hätte? Schon wieder dieses doch so überflüssige Wort...

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