Heldts Bewährung war nur ein Spiel auf Zeit

Der Schalke-Kommentar

"Daran wirst Du jetzt aber auch gemessen, lieber Horst!" Diesen jovialen Gruß gab Clemens Tönnies Horst Heldt mit auf den Weg, nachdem Schalkes Manager in einer kämpferischen Rede auf der Mitgliederversammlung Ende Juni Besserung gelobte. Jetzt ist klar: Die Bewährungsfrist war ein Spiel auf Zeit.

GELSENKIRCHEN

von Norbert Neubaum

, 19.10.2015 / Lesedauer: 2 min
Heldts Bewährung war nur ein Spiel auf Zeit

Die Wege von Horst Heldt (l.) und Clemens Tönnies werden sich mit hoher Wahrscheinlichkeit nach dieser Saison trennen.

Denn Heldt blieb nur im Amt, weil Schalke bei Gladbachs Eberl abgeblitzt war und der Mainzer Heidel noch nicht zur Verfügung stand.

Überraschender Zeitpunkt

Kurios: Heldt hat ausgerechnet die Chance, die ja gar keine mehr war, genutzt. Mit der Verpflichtung von Trainer Breitenreiter kamen gute Laune und Erfolg zurück, und der Draxler-Verkauf für 36 Millionen Euro war wirtschaftlich nachvollziehbar. Insofern ist nun vor allem der Zeitpunkt des bevorstehenden Manager-Wechsels überraschend. Denn was hätte Heldt anstellen können, um die Gunst von Tönnies wieder zu gewinnen?

Dass er die verloren hatte, lag an der letzten Saison. Insgesamt ist die Bilanz von Heldt nämlich sehr ordentlich: Drei Mal hintereinander die Champions League erreicht, dazu ein deutlicher Abbau der Verbindlichkeiten – dass Heldt in der Wahrnehmung fast nur mit Personalien wie Di Matteo und Boateng in Verbindung gebracht wird, ist eine zu eindimensionale Betrachtung.

Anderer Druck

An Leuten wie Eberl und Heidel schätzt Tönnies, dass sie aus bescheidenen Mitteln viel machen. Auf Schalke steht Heidel unter anderem Druck: Hier wird er auch an Heldts Bilanz gemessen.