Guido Burgstaller gibt sich gewohnt kämpferisch: „Ich will bleiben“

Schalke 04

Der Schalker Stürmer arbeitet nach einer verkorksten Saison an seinem Comeback. Gegenüber der „Kronen-Zeitung“ nannte er eine „mentale Blockade“ als einen Grund für seine Null-Tore-Saison.

Gelsenkirchen

von Norbert Neubaum

, 20.07.2020, 18:28 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das letzte Mal: Am 11. Mai 2019 erzielte Schalkes Stürmer Guido Burgstaller in Leverkusen sein bislang letztes Bundesliga-Tor.

Das letzte Mal: Am 11. Mai 2019 erzielte Schalkes Stürmer Guido Burgstaller in Leverkusen sein bislang letztes Bundesliga-Tor. © dpa

Die Baustelle im Tor hat Schalke mit der wahrscheinlichen Verpflichtung von Alexander Schwolow geschlossen – bleibt noch die im Angriff. Insgesamt nur zehn Stürmer-Tore in einer Bundesliga-Saison – über Schalke zog ein großes Sturm-Tief.

Sturm-Tief über Schalke

Während Benito Raman (4), Ahmed Kutucu (3), Rabbi Matondo (2) und der im Winter vom FC Augsburg ausgeliehene Michael Gregoritsch (1) den süßen Duft des Torerfolgs wenigstens hin und wieder einatmen durften, ging Guido Burgstaller komplett leer aus. Der Österreicher erzielte sein letztes Bundesliga-Tor beim 1:1 in Leverkusen – allerdings in der vorletzten Saison, am 11. Mai 2019.

Keine Frage: Für den 31-Jährigen war es die persönlich schlechteste Saison, seit er im Januar 2017 vom 1. FC Nürnberg nach Schalke gewechselt war. Dabei hatte Publikumsliebling Burgstaller in der Hinrunde auch ohne Torerfolg einen nicht zu unterschätzenden Wert für seine Mannschaft – als erster „Anläufer“ im Schalker Angriff raubte er den gegnerischen Abwehrspielern die Lust am Spielaufbau. Sogar ein exzellenter Spieleröffner wie der Dortmunder Mats Hummels drosch im Derby-Hinspiel (0:0) den Ball verzweifelt ins Seitenaus, als Burgstaller ihn schon am eigenen Fünfmeter-Raum attackierte.

Luft wurde immer dünner

Doch die Luft für Burgstaller im S04-Sturm wurde dünner – er selbst agierte bei seinen Torabschlüssen weiterhin glücklos, und mittlerweile war auch Benito Raman nach seiner Verletzung auf Schalke angekommen. Burgstaller rückte immer mehr ins zweite Glied, hatte beim Pokalspiel gegen die Bayern (0:1) im März noch einen starken Auftritt, drückte dann oft die Bank und fiel in den letzten fünf Spielen mit einem Außenbandriss am Knie aus. Eine verkorkste Saison war beendet, die Burgstaller der Kronen-Zeitung in Österreich so beschrieb: „Ich hatte wohl die schlechteste Phase meiner Karriere. Kritik ist da völlig angebracht. Man wird aber schnell vom Helden zum Buhmann.“

Denn Burgstaller registrierte natürlich, dass seine für einen Stürmer deprimierende Tor-Ausbeute immer mehr zum Thema wurde. Neun Tore hatte er, als Schnäppchen aus Nürnberg gekommen, in seiner ersten Halb-Saison auf Schalke erzielt, elf Treffer gelangen ihm 2017/18, immerhin noch vier Tore in der Saison 2018/19. Und jetzt? Null.

Verkaufskandidat trotz Vertrags bis 2022?

Plötzlich galt auch der so geschätzte Malocher Burgstaller als einer der Gründe für die Schalker Krise. Und weil sich längst herumgesprochen hat, dass Schalke auf Stürmersuche ist, könnte Burgstaller nun einer sein, der dann quasi „überzählig“ wäre, also ein Verkaufskandidat.

Burgstaller, der in Kärnten an seinem Comeback arbeitet, hat auf Schalke noch einen Vertrag bis 2022 – und gibt sich so kämpferisch, wie ihn die Fans vom Platz kennen: „Wenn der Klub sagt, es wird hart für mich, muss man reden. Bis dato gab es kein Gespräch. Ich bin immer noch der Stürmer, der in den letzten Jahren die meisten Tore hier geschossen hat. Ich will bleiben!“

Hertha-Spiel als „Knackpunkt“

Als „Knackpunkt“ seines persönlichen Saisonverlaufs hat Burgstaller übrigens eine vergebene Großchance beim 3:0-Sieg gegen Hertha BSC Berlin ausgemacht: „Danach war das Selbstvertrauen weg. So eine mentale Blockade hatte ich noch nie.“ Eine mit Langzeit-Folgen: Die Partie fand am dritten Spieltag statt.