Fragen und Antworten zur S04-Mitgliederversammlung

Brisante Stimmungslage

Ausgerechnet zum 111. Geburtstag des FC Schalke 04 droht nach einer mehr als dürftigen Saison an diesem Sonntag ab 13.04 Uhr in der Veltins-Arena eine brisante Mitgliederversammlung. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

GELSENKIRCHEN

25.06.2015 / Lesedauer: 3 min
Fragen und Antworten zur S04-Mitgliederversammlung

Schalke-Manager Horst Heldt fehlt die klare Linie in der Transferpolitik.

Die sportliche Entwicklung verlief sehr enttäuschend. Das blamable Aus in der ersten Runde des DFB-Pokals in Dresden und Platz sechs in der Bundesliga sorgte für Fan-Proteste, die beim letzten Heimspiel gegen Paderborn eskalierten. Fast noch schlimmer als die Ergebnisse waren die oft leblosen Auftritte einer Schalker Mannschaft, die keine Spielidee vermittelte und oft auch den nötigen Einsatz vermissen ließ.

Wer wird für den schwachen Saisonverlauf verantwortlich gemacht?

Manager Horst Heldt ist für viele Anhänger der Hauptschuldige. Ihm wird u.a. eine verfehlte Transferpolitik vorgeworfen und zu spätes Durchgreifen gegenüber Möchtegern-Stars wie Boateng und Sam. Der 45-Jährige scheint die Botschaft der Basis verstanden zu haben.  

Populistische Entscheidung

Heldt definierte als wichtigstes Ziel für die neue Saison die Rückkehr zu leidenschaftlichem Fußball, wobei noch stärker auf die eigenen Talente gesetzt werden soll. Dass Neuzugänge zukünftig nicht mehr in Düsseldorf wohnen sollen wie ein Großteil der Mannschaft, ist jedoch eher als populistische Entscheidung zu werten.

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Für Heldt kommt es darauf an, in seiner Rede an die Mitglieder den richtigen Ton zu treffen und überzeugende Verbesserungsvorschläge zu präsentieren. Dafür baut der Schalke-Manager auch auf den Rat externer Kommunikationsexperten.

Kritik an Tönnies

Auch Schalke-Boss Clemens Tönnies hat Kritik einstecken müssen, weil er sich oft in das operative Geschäft einmische. Um seine Wiederwahl als Mitglied des Aufsichtsrats muss der 59-Jährige jedoch nicht fürchten. Seine Amtszeit läuft noch ein Jahr.

Welcher Änderungsantrag der Satzungskommission ist besonders umstritten?

Die Sonderumlage hat für kontroverse Diskussionen gesorgt. Die Mitglieder sollen darüber abstimmen, ob Schalke in Zukunft die Möglichkeit bekommt, für zweckgebundene Projekte von einem Vollzahler 150 Euro im Jahr zusätzlich zum Mitgliedsbeitrag zu kassieren. Auf diese Weise stünde dem Klub ein zweistelliger Millionenbetrag zur Verfügung.

Gesonderte Abstimmung

Allerdings müssten die Mitglieder darüber noch einmal gesondert - frühestens auf der nächsten Mitgliederversammlung 2016 - abstimmen.

Dabei betont jedoch die Vereinsspitze, dass es derzeit keine Überlegung gebe, eine Sonderumlage einzufordern. Es gehe nur darum, die Voraussetzungen für eine Erhöhung zu schaffen. Insgesamt stehen zehn Anträge zur Abstimmung, über die en bloc entschieden werden soll.

Welche Bedeutung hat die Wahl zweier neuer Aufsichtsräte?

Vier Kandidaten wurden vom siebenköpfigen Wahlausschuss, dessen Mitglieder hauptsächlich der aktiven Fanszene zugeordnet werden, zugelassen. Dabei hat dieses Gremium für ein Novum in der Vereinsgeschichte gesorgt, weil es erstmals zwei im Amt befindlichen Aufsichtsräten eine erneute Kandidatur verwehrte.

Das ist zwar satzungskonform, zeigt aber die Macht des Wahlausschusses, der bei der Zusammenstellung des Aufsichtsrates Veränderungen bewirken und damit seinen Einfluss auf die Vereinspolitik erheblich vergrößern kann.

Wird die Mannschaft vor Ort sein?

Nur wenige Spieler, weil sich einige wegen des geänderten Trainingsbeginns (1. Juli) noch im Urlaub befinden und andere international aktiv sind. Der neue Trainer André Breitenreiter wird dabei sein.

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