Fleisch und Fußball: Schalke-Boss Tönnies wird 60

Feier mit 900 Gästen

Mit zehn Jahren besuchte er das erste Mal mit seinem Vater ein Spiel des FC Schalke 04. Seitdem hat ihn dieser Verein nicht mehr losgelassen. Am heutigen Freitag feiert Clemens Tönnies, seit 1994 Aufsichtsrats-Mitglied und seit 2001 dessen Vorsitzender, seinen 60. Geburtstag.

GELSENKIRCHEN

27.05.2016 / Lesedauer: 2 min
Fleisch und Fußball: Schalke-Boss Tönnies wird 60

Clemens Tönnies, Aufsichtsratsvorsitzender des FC Schalke 04, feiert seinen 60. Geburtstag.

Dabei hatte sein Engagement für Schalke einen traurigen Ursprung. Als sein Bruder Bernd 1994 zum Schalker Vorstands-Vorsitzenden gewählt wurde, konnte er dieses Amt nur wenige Monate ausüben, weil er im Alter von nur 42 Jahren an den Folgen einer Nierentransplantation verstarb. Auf dem Sterbebett habe ihm Bernd das Versprechen abgenommen, sich um Schalke zu kümmern, sagt Clemens Tönnies.

Große Leidenschaft

Das tat er dann auch mit der gleichen Leidenschaft, mit dem er aus kleinsten Anfängen ein Fleisch-Imperium schuf, das heute auf der ganzen Welt über 6000 Mitarbeiter beschäftigt und rund fünf Milliarden Euro pro Jahr umsetzt. Tönnies, verheiratet, zwei Kinder, hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass er sehr ehrgeizig ist.

Durch „harte Maloche“ (O-Ton-Tönnies) ist er längst ein „Big Player“ in der Lebensmittelbranche geworden. Mit harten Bandagen kämpft Tönnies auch um Fortschritte bei den Königsblauen. Der Bau der Veltins-Arena, Schalkes ständige Präsenz in den internationalen Wettbewerben, der Sponsorenvertrag mit Gazprom – Tönnies hat an diesen Entwicklungen zweifellos einen großen Anteil. Als der Verein massive Liquiditätssorgen hatte, schoss er aus seinem Privatvermögen sogar 4,7 Millionen Euro vor.

Kritik am Geburtstagskind

Dennoch ist der Ostwestfale nicht unumstritten. Momentan muss der Schalke-Boss sogar um seine Wiederwahl in den Aufsichtsrat bangen. Zu viel Einmischung ins operative Geschäft wird ihm u.a. von Teilen der Schalke-Fans vorgeworfen. Das Geburtstagskind stellt sich der Kritik. „Das ist gar nicht schlimm, das muss man aushalten“, sagte er kürzlich im „Schalker Kreisel“. Am Freitag erwartet Tönnies 900 Gäste, wenn er in seiner ostwestfälischen Heimatstadt Rheda-Wiedenbrück seinen 60. Geburtstag feiert.

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