David Wagner vor Eröffnungs-Geisterspiel in München: „Wir sind bereit“

Schalke 04

Schalke startet am Freitag beim Rekordmeister in die 58. Bundesliga-Saison. Stadt München untersagt Anwesenheit von Live-Publikum in der Allianz-Arena. Eingeplant waren 7.500 Zuschauer.

Gelsenkirchen

, 17.09.2020, 18:26 Uhr / Lesedauer: 2 min
Hier noch Gegner, jetzt Mannschaftskollegen: Goncalo Paciencia (l.) und Nassim Boujellab. Paciencia, Neuzugang aus Frankfurt, ist für das Schalker Auftaktspiel bei den Bayern sofort ein Kandidat für die Startformation.

Hier noch Gegner, jetzt Mannschaftskollegen: Goncalo Paciencia (l.) und Nassim Boujellab. Paciencia, Neuzugang aus Frankfurt, ist für das Schalker Auftaktspiel bei den Bayern sofort ein Kandidat für die Startformation. © dpa

Es war nicht so, dass David Wagner vor Freude auf dem Tisch getanzt hat, als er vor Wochen das Bundesliga-Startprogramm übermittelt bekam. „Herzlichen Glückwunsch...“ habe Schalkes Trainer gedacht, als er von der zweifelhaften Ehre erfuhr, das Eröffnungsspiel am Freitag (20.30 Uhr/live im ZDF und bei DAZN) beim Rekordmeister Bayern München austragen zu dürfen. Oder – je nach Sichtweise – zu müssen.

Mittlerweile sieht Wagner die Sache etwas entspannter, ja sogar positiver: „Vielleicht ist es wirklich besser, am ersten Spieltag bei den Bayern antreten zu müssen als beispielsweise am 15.“ Soll heißen: Natürlich hegt jeder Auftakt-Gegner die leise Hoffnung, die Bayern könnten aus welchen Gründen auch immer irgendwelche Startschwierigkeiten haben, bevor sie dann ins Rollen kommen. Hertha BSC schaffte so in der Vorsaison immerhin ein verblüffendes 2:2.

Alles spricht für die Bayern

Ein solches Resultat wäre für den FC Schalke 04 schon eine fantastische Geschichte. Es würde schließlich den Rahmen sprengen, an dieser Stelle die Gründe aufzuzählen, warum die Königsblauen als absoluter Außenseiter in die Allianz-Arena kommen: Personal, aktuelle Form, die Statistik (der letzte Bundesliga-Sieg bei den Bayern gelang Schalke im April 2009) – es gibt kaum Argumente, aus ernsthafter und seriöser Überzeugung an einen Überraschungs-Coup der Gelsenkirchener zu glauben. David Wagner kann natürlich auch nicht das Blaue vom Himmel versprechen, nur soviel: „Wir sind bereit!“

Das mag banal klingen, ist aber immerhin ein erster Schritt zurück in den Optimismus, der selbst Wagner am Ende der vergangenen Rückrunde fehlte. Als „nicht konkurrenzfähig“ hatte er seine Mannschaft resigniert bezeichnet, nun sieht er offenbar wieder Land in Sicht. Sieben Vorbereitungs-Wochen hat Schalke hinter sich, also deutlich mehr als die Bayern. Sehr intensiv, so Wagner, sei gearbeitet worden, und dass der erste Härtetest dann „bei der vielleicht besten Mannschaft der Welt ansteht, sei doch für jeden Leistungssportler eine willkommene Herausforderung: „Cooler geht’s doch gar nicht.“



Stadt zieht die Notbremse





Gar nicht „cool“ fand die Stadt München offenbar, dass zum Eröffnungsspiel der 58. Bundesliga-Saison 7500 Zuschauer zugelassen werden sollten. Sie zog am Donnerstagnachmittag wegen rasant steigender Corona-Infektionszahlen in München die Notbremse: Die Partie findet nun ohne Publikum statt. Ob die dadurch garantierte sterile Atmosphäre für Schalke ein Vorteil ist, darf bezweifelt werden. Bislang beherrschten die Bayern den Geisterspiel-Modus perfekt, während Schalke sich in dieser Kategorie auf eher gespenstischen Ebenen bewegte...





Der FC Bayern München ist im direkten Vergleich auf nahezu allen Positionen besser besetzt, zumal bei Schalke die Rekonvaleszenten Omar Mascarell, Salif Sané und auch Matija Nastasic (Kopfverletzung) noch fehlen. Ob Wagner für den erfahrenen Verteidiger den jungen Malick Thiaw ausgerechnet ins direkte Duell mit Schalke-Schreck Robert Lewandowski schickt, ist fraglich. Wahrscheinlicher ist, dass Benjamin Stambouli vom defensiven Mittelfeld in die Abwehrzentrale rückt, um dort zumindest Routine gegen Weltklasse antreten zu lassen, die außerdem auf Ozan Kabak „zurollen“ wird.


Paciencia mit Startelf-Chance



Im Schalker Angriff könnte Goncalo Paciencia direkt erste Wahl sein. Der Neuzugang aus Frankfurt, so Wagner, stünde „voll im Saft“. Das wird auf die ganze Mannschaft zutreffen müssen, um des Trainers Versprechen einlösen zu können: Wenigstens bereit zu sein!

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