Das Champions-League-Finale: Ohne Schalke, aber mit sechs Ex-Schalkern

Schalke 04

Von der Champions League ist Schalke aktuell ein Stück weit entfernt. Aber im heutigen Finale steckt irgendwie doch eine ganze Menge Schalke drin.

Gelsenkirchen

, 23.08.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Julian Draxler, hier im Schalke-Trikot: Über Schalke und Wolfsburg nach Paris.

Julian Draxler, hier im Schalke-Trikot: Über Schalke und Wolfsburg nach Paris. © dpa

Wenn heute abend in Lissabon das Champions-League-Finale 2020 angepfiffen wird, sitzen möglicherweise auch eine ganze Menge Schalker Fans vor dem Bildschirm - obwohl weder der FC Bayern München noch Paris St. Germain zu ihren Herzens-Klubs zählen. Aber aus Schalker Sicht ist das Finale durchaus interessant und provoziert vielleicht sogar etwas Sehnsucht. Denn im Champions-League-Endspiel 2020 steckt eine Menge Schalke drin.

Fünf Spieler und ein Torwart-Trainer haben eine Schalker Vergangenheit. Und für einen Spieler könnte Schalke möglicherweise noch mitkassieren, sollte der heute abend den Henkelpott in die Höhe recken können.

Nachschlag für Kehrer?

Thilo Kehrer (23) wechselte 2018 für die stattliche Ablösesumme von 37 Millionen Euro von Schalke zum Start-Ensemble von Paris St. Germain. Bei Vertragsabschlüssen dieser Größenordnung sind erfolgsabhängige Bonuszahlungen nicht ununüblich. Also ist es durchaus möglich, dass Schalke an einem Champions-League-Erfolg von Paris partizipiert. S04-Sportvorstand Jochen Schneider wollte sich im Schalker Trainingslager in Längenfeld auf Anfrage nicht dazu äußern.

Während Verteidiger Kehrer bei Paris gute Startelf-Chancen hat, wird für Julian Draxler zunächst wohl nur ein Platz auf der Ersatzbank zu finden sein. BV Rentfort, SSV Buer, Schalke 04 - mehr Ruhrgebiet geht im Prinzip gar nicht. Aber 2015 zog es Draxler, warum auch immer, zum VfL Wolfsburg. Schalke verlor ein hochtalentiertes Eigengewächs, kassierte aber immerhin ca. 40 Millionen Euro Ablösesumme. Dem VfL Wolfsburg spülte Draxlers Wechsel zu Paris St. Germain 2017 dann 36 Millionen Euro in die Kasse. Im Pariser Star-Ensemble tut sich dermittlerweile 26-jährige Julian Draxler mit Startelf-Nominierungen allerdings schwer.

Choupo-Motings „Comeback“

Eric Maxim Choupo-Moting (31) feierte unter seinem früheren Mainzer Trainer Thomas Tuchel in Frankreich allerdings ein überraschendes Comeback auf der größten europäischen Fußball-Bühne. Der Offensivspieler trug zwischen 2014 und 2017 das Schalker Trikot und wechselte dann ablösefrei zu Stoke City. Bei Paris St. Germain ist er meistens in der Rolle des Jokers - dass er die meisterlich auszufüllen versteht, bewies er im CL-Halbfinale. Choupo-Moting schoss Paris gegen Atalanta Bergamo ins Endspiel.

Tore zu verhindern ist die Aufgabe von Manuel Neuer (34). Der Ur-Schalker, 2011 für die Ablösesumme von insgesamt 30 Millionen Euro zum FC Bayern München gewechselt, steht heute im Tor der Bayern und ist damit einer von wahrscheinlich zwei Ex-Schalkern in der Startformation der Bayern.

Tapalovic coacht Neuer

Dass Nationaltorhüter Neuer seine Form nun schon über Jahre auf höchstem Niveau konservieren kann, hat er auch Toni Tapalovic zu verdanken. Auch der Torwart-Trainer der Bayern hat eine Schalker Vergangenheit. Tapalovic wechselte aus Mainz gemeinsam mit Neuer zu den Bayern und hat sich dort bis heute als Torwart-Trainer etabliert.

Etabliert hat sich auch Leon Goretzka beim Rekordmeister. Der Mittelfeldspieler wechselte 2018 ablösefrei zu den Bayern, er war 2013 vom VfL Bochum nach Schalke gekommen. Goretzkas Karriere-Plan ist bislang aufgegangen. VfL Bochum, FC Schalke 04, nun der FC Bayern München - mit dem der 25-Jährige heute die Champions League gewinnen kann.

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