Auf Schalkes Kaderplaner Michael Reschke wartet viel Arbeit

Schalke 04

Diese Frage stellen sich viele Schalker Fans: Was passiert, wenn der FC Schalke 04 zum zweiten Mal in Folge die Qualifikation für Europa verpasst?

Gelsenkirchen

, 09.03.2020, 17:59 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Teilnahme an der Königsklasse bleibt für Schalke 04 in dieser Saison ein Wunschtraum.

Die Teilnahme an der Königsklasse bleibt für Schalke 04 in dieser Saison ein Wunschtraum. © dpa

Nach Rang 14 in der Vorsaison, wo Schalke zwischenzeitlich sogar in Abstiegsgefahr schwebte, gab der Klub wohlweislich kein konkretes Saisonziel für die Spielzeit 2019/2020 aus. Allgemein wurde formuliert, dass die Mannschaft einen Fußball spielen solle, mit dem sich die eigenen Anhänger identifizieren. Dies klappte vorzüglich bis zum ersten Rückrundenspiel. Der glänzend herausgespielte 2:0-Erfolg gegen Borussia Mönchengladbach weckte sogar Champions-League-Träume.


Doch dieser Sieg sollte der bisher einzige in der Rückrunde bleiben. Sieben Punkte aus bisher acht Rückrundenpartien sind eher die Bilanz eines Abstiegskandidaten als einer Mannschaft mit internationalen Ambitionen. Schon am nächsten Spieltag könnten die Blau-Weißen erstmals seit dem zwölften Spieltag aus den Europapokalrängen fliegen. Sollte dieser Fall auch nach 34 Spieltagen Bestand haben, hätte das vor allem Konsequenzen für die Personalplanungen.

Wachstum ist gefährdet



Schalkes finanzieller Spielraum wäre dann erheblich eingeschränkt. Mindestens 20 Millionen Euro würden dem Verein durch das Verpassen der Europa-League-Qualifikation verloren gehen. Zwar ist Schalke auch international immer noch ein Name mit Strahlkraft, aber im Poker um gute Spieler ist das ohne Zweifel ein Wettbewerbsnachteil.



Auch das Wachstum im Sponsorenbereich, das unter Leitung von Marketing-Vorstand Alexander Jobst Jahr für Jahr Rekordzahlen produzierte, würde ohne internationalen Wettbewerb stagnieren. Ein Tatbestand, der den ehrgeizigen Jobst schon auf der vergangenen Jahreshauptversammlung mächtig ärgerte. Denn Stagnation ist für ihn Rückschritt. Sein Credo heißt: Schalke muss den Anspruch haben, dauerhaft international zu spielen. Das erwarten auch die wichtigsten Sponsoren. Die meisten hat Schalke langfristig gebunden. Diese Verträge sind lukrativ für den Bundesligisten, allerdings auch erfolgsabhängig gestaffelt.

Abstand zu Spitzenklubs wächst



Wie sehr sich sportlicher Erfolg in finanzieller Hinsicht auszahlt, zeigen Schalkes Zahlen bei der letzten Champions-League-Teilnahme in der Saison 2017/2018. Damals kassierten die Königsblauen sage und schreibe 92,5 Millionen Euro. Diese setzen sich zusammen aus Prämien (64,9 Mio. Euro) sowie aus internationalen Vermarktungserlösen (27,6 Mio. Euro), die die Erfolge auf internationaler Ebene in den vergangenen fünf Jahren sowie die internationalen Teilnahmen der letzten zehn Jahre honorierte. In diesen Zeiträumen waren die Königsblauen regelmäßig international vertreten.


Diese finanziellen Dimensionen zeigen, wie Schalke gegenüber Vereinen wie Bayern München, Borussia Dortmund, RB Leipzig oder Bayer Leverkusen immer mehr den Anschluss zu verlieren droht, weil Gelder wegen fehlendem sportlichen Erfolg fehlen.


Ausleihen als Alternative


Umso größere Bedeutung kommt Personen wie Kaderplaner Michael Reschke in dieser für Schalke schwierigen Situation zu. Der 62-Jährige muss innovative und vor allem für die Königsblauen bezahlbare Wege finden, damit auch in Zukunft leistungsstarke Spieler zu den Königsblauen wechseln.



Ein Modell ist die Ausleihe von talentierten Nachwuchsspielern, wie Schalke es jetzt mit Jonjoe Kenny und Jean-Clair Todibo vorgemacht hat. Allerdings sollen in Zukunft Ausleihen eingeschränkt werden. Der Weltfußballverband plant, dass von diesem Sommer an nur noch maximal acht Spieler über 22 Jahren ins Ausland ver- sowie aus dem Ausland geliehen werden dürfen. Von der Saison 2022/23 an sollen es nur noch sechs Spieler sein. Zudem sollen Leihgeschäfte zwischen denselben Klubs eingeschränkt werden, auf maximal drei Zugänge und drei Abgänge.

Schwierige Zeiten drohen


Apropos Abgänge: Hier erhofft sich Schalke Transfererlöse, wenn über die Zukunft der momentan ausgeliehenen Spieler wie Nabil Bentaleb oder Sebastian Rudy entschieden wird.

Fazit: Noch kann Schalke aus eigener Kraft die Europa-League-Qualifikation schaffen. Klappt das nicht, kommen auf den Verein schwierige Zeiten zu.

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