Auf Schalke wird 2016 ein rundes Jahr

Sieben Jubilare

Es gibt was zu feiern: 2016 haben gleich mehrere Schalke-Promis runden Geburtstag. Wir geben einen Überblick über die bekannten Geburtstagskinder, die in der langen Vereinsgeschichte auf Schalke ihre Spuren hinterlassen haben oder aber auch immer noch sehr aktiv sind.

GELSENKIRCHEN

von Von Frank Neubaum

, 25.12.2015 / Lesedauer: 4 min
Auf Schalke wird 2016 ein rundes Jahr

Clemens Tönnies ist nur eines der vielen Schalker Gesichter, die im kommenden Jahr einen runden Geburtstag feiern.

Marcelo Bordon: Zwischen 2004 und 2010 absolvierte er 168 Bundesliga-Spiele für die Königsblauen - kein einziges, in dem er zumindest kämpferisch nicht alles gab. Der brasilianische Abwehrchef war Publikumsliebling auf Schalke, folgerichtig flossen bei seinem Abschiedsspiel viele Tränen. Neulich, bei „Asa seine letzte Schicht“, gab Bordon sein „Comeback“ auf Schalke - und warf sich wie eh und je in jeden Ball… Am 7. Januar wird Marcelo Bordon „40“.

"Stimme der Vernunft" von 1994 bis 2007

Gerd Rehberg: Er war und ist so etwas wie die „Stimme der Vernunft“ auf Schalke. Am 8. Januar wird Gerd Rehberg „80“, und dann wird der Schalker Ehrenpräsident natürlich besonders gern auf die Zeit zwischen Dezember 1994 und 2007 zurückblicken. Nicht nur, weil Schalke sich in diesen Jahren während seiner Präsidentschaft über Erfolge wie den UEFA-Cup-Sieg sowie zwei DFB-Pokalerfolge freuen durfte, sondern 2001 auch den Bau der Arena Auf Schalke realisierte, den Rehberg mit angestoßen hatte.

Rehberg war 1994 der erste Präsident, der nach einer umfassenden Satzungsänderung nicht mehr direkt von der Mitgliederversammlung gewählt, sondern von den höchsten Vereinsgremien benannt wurde. Als „Mann des Ausgleichs“ leistete der SPD-Politiker Rehberg, langjähriger Bürgermeister von Gelsenkirchen, in diesen Jahren einen Beitrag für den Verein, der gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann.

Prototyp des beinharten Verteidigers

Bernd Thiele: Mit 17 Jahren debütierte er 1973 für Schalke in der Bundesliga und absolvierte bis 1982 162 Erstliga-Spiele für Schalke. Thiele war der Prototyp des beinharten Verteidigers, der im Spiel weder sich noch Gegenspieler schonte. „Dem Bernd“, erinnert sich sein langjähriger Mannschaftskollege Klaus Fischer, „hast Du in jedem Training angemerkt, dass er seinen Platz nicht freiwillig hergeben will.“

Schon auf der Rolltreppe des Parkstadions, munkelt man, soll sich Thiele seine Gegenspieler zumindest verbal vorgeknöpft und eingeschüchtert haben. Ansonsten gehört Thiele zu den stillen Schalke-Stars - nach seinem Wechsel zu Hannover 96 machte er sich bei den Königsblauen rar. Am 24. Januar wird Bernd Thiele „60“.

Kult-Kicker auf Rechtsaußen

Rüdiger Abramczik: Im gleichen Spiel wie Bernd Thiele gab auch Rüdiger Abramczik, der am 18. Februar 60 Jahre alt wird, sein Profi-Debüt für Schalke. Der begnadete Rechtsaußen wurde auf Schalke zum Kult-Kicker, nicht nur weil er als kongenialer Partner Klaus Fischer die meisten Flanken zu dessen Fallrückziehern auflegte. Zwischen 1973 und 1980 und 1987 und 1988 spielte „Abi“ 202 Mal für Schalke in der Bundesliga und erzielte dabei 44 Tore. Nicht einmal sein zwischenzeitlicher Abstecher zu Borussia Dortmund tat seiner Popularität auf Schalke einen Abbruch.

Auch weil Rüdiger Abramczik nach einem Länderspiel den damaligen DFB-Präsidenten Hermann Neuberger als „ahnungslos“ bezeichnete, war es nach 19 Länderspielen mit der internationalen Karriere vorbei. Obwohl „Abi“ nach seiner Schalker Zeit als Spieler und Trainer noch in den unterschiedlichsten Städten und Ländern aktiv war, blieben Gelsenkirchen und Schalke die Heimat des gebürtigen Erlers. Heute kickt „Abi“, genesen von einer schweren Krankheit, regelmäßig in der Schalker Traditionsmannschaft.

Kapitän der "Eurofighter"

Olaf Thon: Da sieht man mal, wie die Zeit vergeht. „Thöni“ wird 2016 ein „Fuffziger“, und zwar am 1. Mai. Dabei erinnern sich viele Schalke-Fans noch an den 18. Geburtstag von Olaf Thon - einen Tag später, am 2. Mai, 1984, fand schließlich das wohl größte Spiel in Thons Karriere statt. Beim 6:6 im DFB-Pokal-Halbfinal-Hinspiel gegen die Bayern erzielte Thon drei Tore, „und am liebsten hätte ich ihn sofort mitgenommen“, war nicht nur Bayern-Coach Udo Lattek von den Socken.

Vier Jahre später wechselte Thon dann wirklich zu den Bayern, mit denen er zahlreiche Erfolge feierte. 1990 wurde Thon mit der Nationalmannschaft Weltmeister, den größten Titel mit Schalke gewann er 1997 als Kapitän der UEFA-Cup-Sieger. Nicht nur als „Eurofighter“ schrieb Thon Schalke-Geschichte - Olaf Thon ist wohl einer der begnadetsten Fußballer, die der Club je hervor gebracht hat. Heute ist Thon als S04-Repräsentant tätig und leitet die S04-Traditionsmannschaft.

Schalke-Chef und "Kotelett-Kaiser"

Clemens Tönnies: Am 27. Mai feiert Schalkes Aufsichtsrats-Chef seinen 60. Geburtstag - und weil das irgendwie auch in die Zeit des tagenden Wahlausschusses fällt, ist Tönnies ein ordentliches Schalker Saison-Abschneiden zu wünschen. Denn: Bei der Mitgliederversammlung im Sommer muss sich der langjährige Vorsitzende des Kontroll-Gremiums neu zur Wahl stellen, wenn er wieder in den Aufsichtsrat will.

Wer zugelassen wird, entscheidet der Wahlausschuss. Und in unruhigen sportlichen Zeiten ist nicht auszuschließen, dass der Wahlausschuss auch vor „Promis“ nicht zurückschreckt, wenn es um die Nicht-Zulassung geht. Aber gehen wir mal davon aus, dass Tönnies gut vorbereitet sein wird - als in der ganzen Welt operierender Fleisch-Fabrikant mit einem Gesamt-Jahresumsatz von ca. fünf Milliarden Euro (!) weiß der „Kotelett-Kaiser“, wie er vom Boulevard liebevoll bezeichnet wird, sich auch in schwierigen Situationen zu behaupten.

"Ein Schuss wie ein Pferd"

Manfred Kreuz: Der Meisterspieler von 1958 wird am 7. März stolze 80 Jahre alt - der Mann, der nach Zeugenaussagen „einen Schuss wie ein Pferd hatte“, hatte erst im Meister-Jahr bei den Königsblauen debütiert. Zehn Jahre spielte Kreuz für Schalkes „Erste“ und war somit auch ein aktives „Gründungsmitglied“ der 1963 eingeführten Bundesliga. In 83 Bundesliga-Spielen erzielte Manfred Kreuz 17 Tore für die Königsblauen. Heute gehört er dem Schalker Ehrenpräsidium an.

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